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Mecklenburg-Vorpommern

23. Juli 2016 | 11:09 Uhr

Multiresistente Keime (MRSA) : Jagd auf Krankenhauskeime

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kliniken im Land wappnen sich gegen multiresistente Erreger – Mehr Kontrollen in der Rostocker Unimedizin

Nach dem Tod von zwölf Patienten des Kieler Universitätsklinikums, die sich mit einem gegen fast alle Antibiotika resistenten Erreger infiziert hatten, haben die Krankenhäuser in Mecklenburg-Vorpommern die Anzahl der Tests auf multiresistente Keime (MRSA) erhöht. Die Krankenhausgesellschaft des Landes (KGMV) verweist darauf, dass die Zahl der Patienten, die unwissentlich Träger solcher Keime sind, von Jahr zu Jahr zunimmt. „Bei Menschen mit einem intakten Immunsystem richten sie allerdings keinen Schaden an“, betont KGMV-Geschäftsführer Wolfgang Gagzow, der deshalb auch vor Panikmache warnt. Die Kliniken würden gezielt besondere Risikogruppen, die vom Robert-Koch-Institut definiert wurden, bereits bei der Krankenhausaufnahme auf MRSA hin untersuchen. Durch die wachsende Zahl von Tests erhöhe sich natürlich auch die Zahl der diagnostizierten Fälle, so Gagzow. „Das sehen wir als Erfolg, denn diese Patienten konnten sofort entsprechend versorgt werden.“

Am Rostocker Universitätsklinikum werden mittlerweile deutlich mehr als 20 Prozent der aufzunehmenden Patienten einem MRSA-Screening unterzogen, betont Krankenhaushygieniker Prof. Andreas Podbielski. Vorfälle wie in Kiel seien in Rostock undenkbar, weil nicht erst nach 32, sondern spätestens beim zweiten infizierten Patienten die Alarmglocken schrillen würden, betont Podbielski. Das sei nicht zuletzt den Strukturen im Hause geschuldet, wo Mikrobiologen, Virologen und Hygieniker in einem Institut zusammenarbeiteten.

Auch an den Schweriner Helios Kliniken ist seit Jahren eine risikobezogene Aufnahmeuntersuchung auf MRSA-Erreger Standard, so die dortige Krankenhaushygienikerin Dr. Kristina Biedermann. „Auch auf eine andere Bakteriengruppe, die multiresistenten, gramnegativen Stäbchenbakterien, wird gezielt seit mehr als einem Jahr bei bestimmten Patientengruppen gesucht, insbesondere bei von ausländischen Gesundheitseinrichtungen übernommenen.“

Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lagus) ist MV das einzige Flächen-Bundesland, das Krankenhaushygiene zentral auf Landesebene überwache. Der jetzt in Kiel aufgetretene Erreger Acinetobacter baumannii sei allerdings nicht meldepflichtig.

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