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Mecklenburg-Vorpommern

08. Dezember 2016 | 17:03 Uhr

CDU-Kreisparteitag : Ja zum konservativen Kreis

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Rechter CDU-Flügel gibt sich auf Kreisparteitag erstmals eine Stimme. Initiator Ott will in Landesvorstand

In Vorpommern formiert sich nach der Wahlschlappe bei der Landtagswahl ein konservativer CDU-Kreis. Die Idee eines Zusammenschlusses wertkonservativer Parteimitglieder unter dem Namen „Anklamer Kreis“ traf am Sonnabend unter den Christdemokraten Vorpommern-Greifswalds auf ihrem Kreisparteitag auf mehrheitliche Zustimmung. Rund 50 der etwa 90 anwesenden Mitglieder signalisierten während des Treffens in Anklam eine Mitarbeit, wie der Initiator Sascha Ott (CDU) sagte. Ott kündigte an, im Frühjahr auf dem Landesparteitag der CDU für einen Platz im Landesvorstand kandidieren zu wollen. Damit solle dem rechten Parteien-flügel mehr Gewicht gegeben werden. Er rechne mit der entsprechenden Unterstützung.

Der Greifswalder Ott, stellvertretender Leiter der Stralsunder Staatsanwaltschaft, war vor einem Monat als Justizminister nominiert worden, geriet dann aber wegen „Gefällt mir“-Klicks auf AfD-Facebook-Seiten in die Kritik, worauf die CDU die Nominierung zurückzog. Ott hatte danach kritisiert, dass die Partei wegen ihres Drangs in die Mitte viele konservative Mitglieder und Wähler verloren hatte, die sich nicht mehr verstanden fühlten.

Am 13. Dezember wollen sich die Interessenten des „Anklamer Kreises“ in der Peenestadt treffen, um über künftige Organisationsstrukturen zu beraten. „Wir beginnen in der Mitte unseres Kreisverbandes“, sagte Ott. Der „Anklamer Kreis“ sei auf Wachstum angelegt.

Nachbar-Kreisverbände würden angeschrieben und zur Mitarbeit eingeladen. Die Partei-Rechten wollen konservativen Positionen der CDU in der Umweltpolitik sowie in der Sicherheits- und Flüchtlingspolitik eine stärkere Stimme geben. Zudem kritisieren die Initiatoren die Aufweichung von konservativen Werten im Bereich Ehe und Familie.

Nach der Landtagswahl im September musste die CDU in ihrer einstigen Hochburg Vorpommern drei Direktmandate an die AfD und eines an die SPD abgeben. Die Christdemokraten wollen mit dem Kreis diese Wähler wieder stärker ansprechen. Die CDU müsse Antworten auf einen allgemein zu beobachteten Werteverlust geben, sagte der Heringsdorfer Bürgermeister, Lars Petersen (CDU). Nach zwei Wahlniederlagen müsse sich die CDU fragen, ob sie alles richtig gemacht habe. Der Zinnowitzer Christdemokrat Mayk Borchardt sprach von einer offenen konstruktiven Atmosphäre auf dem Parteitag. „Die Partei richtet den Blick wieder nach vorn.“ Er will in dem „Anklamer Kreis“ mitarbeiten.

Ott betonte, dass mit der Gründung keine Spaltung der CDU angestrebt sei. Man wolle auch keine Partei in der Partei sein. „Wir bewegen uns absolut innerhalb der Statuten der CDU.“

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