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Mecklenburg-Vorpommern

27. März 2017 | 04:46 Uhr

Neue Medien : IPad statt Schulbuch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Als erste staatliche Schule in Mecklenburg-Vorpommern, hat die Regionale Schule am Bodden in Neuenkirchen zwei komplette Klassen mit Tablet-Computern ausgestattet

„Ich hab’ das eben mal im Internet nachgeschaut, das heißt recherchieren“. Stolz posaunt Tino seine Antwort heraus. Den Einwurf nimmt Französischlehrer Enno Schröder auf. „Gut gemacht“, lobt er seinen Schüler. Und weiter geht es im Unterricht: „Bjarne, log du dich mal bitte ein und zeig uns dein Ergebnis!“. Der blonde Siebtklässler tippt zwei Mal lässig auf sein iPad. Dann erscheint die Lösung seiner Französischhausausfgaben für alle sichtbar an der Tafel. Ein Server, also ein Computer über dem sich alle iPad-Schüler miteinander vernetzen können, und ein Projektor machen es möglich.

„Das ist für den Unterricht wirklich praktisch“, schwärmt der Französischlehrer. Denn dank der neuen Technik können die Schüler ihre Aufgaben einfach miteinander vergleichen. „Ich hab auch die Möglichkeit, dass zwei oder drei Schüler ihre Ergebnisse vom iPad an die Tafel projizieren. So können unterschiedliche Lösungswege aufgezeigt werden.“ Aber nicht nur das. „Viele haben Spaß daran, ihre Lösungen zu präsentieren. Es hilft ihnen, ihre Arbeiten schneller und besser zu erledigen“, so Schröder.


Schüler mit modernen Mitteln vorbereiten


Dass Schüler motivierter sind oder besser lernen, war jedoch nicht der Hauptgrund, warum sich die Regionale Schule am Bodden in Neuenkirchen bei Greifswald für die Einrichtung von iPad-Klassen entschieden hat. „Es ging uns vor allem darum, dass wir die Kinder und Jugendlichen nicht mehr mit Mitteln von gestern auf die Aufgaben von Morgen vorbereiten“, erläutert Schulleiter Bernd Leu. Heute würde in vielen Jobs oft mit Notebooks oder Tablet-Computern gearbeitet. Der Umgang damit würde meist vorausgesetzt. Nur mit Papier und Kugelschreiber könne man Schüler deshalb nicht auf ihre Aufgaben im Arbeitsleben vorbereiten.

Dass digitales Lernen ein unverzichtbarer Teil des Unterrichts ist, haben mittlerweile viele Schulen in Mecklenburg-Vorpommern erkannt. Allerdings ist bisher kaum eine Einrichtung den Weg so konsequent gegangen, wie die Neuenkirchener . „Wir sind die erste staatliche Schule im Land, die eine eins-zu-eins-Lösung bei den iPads gefunden hat – sprich, jeder Schüler aus Klasse Sieben hat sein eigenes iPad, das er im Unterricht und für die Hausaufgaben nutzen kann“, erzählt Schulleiter Leu stolz.

Gestartet ist das iPad-Projekt an der Schule am Bodden in diesem Schuljahr. „Wir wollten ursprünglich mit einer siebten Klasse beginnen. Am Ende waren Schüler und Eltern so begeistert, dass wir sogar zwei Klassen zusammenbekommen haben“, berichtet Leu. Der Weg dahin sei aber alles andere als leicht gewesen. Vorangetrieben wurde das Projekt vor allem von Enno Schröder, der unter anderem auch Informatik an der Regionalen Schule unterrichtet und sich um deren Webauftritt kümmert. „Möglich war die Umsetzung aber vor allem, weil meine Kollegen den Weg mit mir gegangen sind“, bekräftigt Schröder.


Fachlehrer haben sich selbst iPad gekauft


In den Klassen 7a und 7b unterrichten insgesamt zehn Fachlehrer. Alle haben sich aus eigenen Mitteln ein Tablet angeschafft. In ihrer privaten Zeit besuchten sie Fortbildungen, um den Umgang mit dem iPad selbst zu erlernen. Und, um eine Idee vom Einsatz des Mediums im Unterricht zu bekommen. „Bemerkenswert finde ich am Engagement unserer Lehrer vor allem, dass sieben von ihnen bereits über 50 und einer sogar über 60 Jahre alt ist“, so Schröder. Mehr lesen Sie morgen in der Printausgabe.

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erstellt am 09.Dez.2013 | 17:39 Uhr

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