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Mecklenburg-Vorpommern

08. Dezember 2016 | 10:56 Uhr

Schulkongress in Rostock : Inklusion nicht um jeden Preis

vom
Aus der Onlineredaktion

Ministerin Hesse beim Schulkongress. Landeselternrat fordert zwei Lehrer in bestimmten Klassen

Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) hat den Eltern mehr Transparenz bei den Inklusionsbemühungen an den Schulen zugesagt. Sie reagierte damit am Sonnabend beim Schulkongress in Rostock auf Kritik von Eltern und des Landeselternrates an dem bisherigen Stand der Inklusion.

Im Bildungsministerium werde derzeit darüber beraten, für Kinder mit einem sehr hohen Förderbedarf ganz gezielt gesonderte Klassen einzurichten und sie anders zu beschulen. Es gebe beispielsweise Kinder, die extrem verhaltensauffällig seien und schlagen oder beißen. „Da muss eine andere Lösung gefunden werden.“ Diese Kinder könnten einen Klassenverband sprengen und Lehrer überfordern. „Ich bin ein absoluter Verfechter der Inklusion, aber sie hat auch Grenzen.“

Hesse betonte, dass die Aufnahme von behinderten Kindern in eine reguläre Klasse eine Bereicherung darstellen kann. Es sei wichtig für jedes Kind, frühzeitig zu lernen, dass Menschen nicht alle gleich sind und Behinderungen ein Teil der menschlichen Normalität sind. Es gebe auch im Bereich von Seh- oder Hörbehinderungen Grenzen, die eine inklusive Bildung unmöglich machen.

Die neue Vorsitzende des Landeselternrats Anja Ritter hatte zuvor kritisiert, dass es bei der Inklusion noch erhebliche Schwierigkeiten gebe. „Wir hätten erwartet, dass zuerst die Strukturen für die Inklusion geschaffen werden. Erst wenn die Strukturen da sind, geht es an die Umsetzung.“ Derzeit sei es so, dass die Umsetzung ohne neue Strukturen angelaufen sei und das vielfach auf Kosten der Kinder. Auch gebe es Lehrer, die mit der Inklusion völlig überfordert sind. „Ein Lehrer kann nicht immer auf die Bedürfnisse aller Kinder eingehen“, sagte Ritter. Darunter würden dann alle Kinder leiden. Dies könnte sich ändern, wenn es in solchen Klassen durchgängig zwei Lehrer gebe.

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