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Mecklenburg-Vorpommern

24. Februar 2017 | 22:54 Uhr

Geburtenboom : Im Herbst werden die Kinder gezeugt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Statistik zeigt: Im Sommer kommen die meisten Babys zur Welt

Licht aus, Liebe an. In der dunklen Jahreszeit geht es heiß her in deutschen Schlafzimmern. Zumindest werden laut Statistik in den Herbst- und Wintermonaten die meisten Kinder gezeugt. So wurden nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2015 insgesamt 13 298 Kinder geboren. Und tatsächlich: die meisten Babys kamen zwischen Juli und September zur Welt. Der Trend der Sommerkinder existiere seit den 80er-Jahren. Bis 1975 verzeichnete sich der Geburtenboom am Jahresanfang und im Frühling. Die neue Entwicklung bestätigt auch Birger Birkholz, Sprecher des Südstadtklinikums in Rostock. Dieses beherbergt die Universitätsfrauenklinik, in der die meisten Kinder in MV zur Welt gebracht werden. Im vergangenen Jahr wurden von den 3251 Kindern knapp zehn Prozent im August geboren. Und auch in 2016 erblickten bisher die meisten Kinder in dem Sommermonat das Licht der Welt. „Eine Tendenz ist deutlich erkennbar“, sagt Birkholz.

Laut Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, ist die Jahreszeit, wann der Nachwuchs kommen soll, nur ein Faktor in der Familienplanung. „Frauen haben das ganze Jahr über monatliche Eisprünge, also keine unfruchtbare Zeit. In den Sommermonaten werden zwar zehn Prozent mehr Kinder geboren als im Jahresdurchschnitt und in den Wintermonaten zehn Prozent weniger, bezogen auf alle Schwangerschaften und über das ganze Jahr gesehen, sind das aber nur wenige Prozent“, so der Mediziner. Dass die Lebenserwartung von im Sommer geborenen Kindern besonders hoch sei, gehöre der Vergangenheit an. „Früher, als die Säuglingssterblichkeit noch sehr hoch war, waren Winterkinder wegen der Kälte, wegen der Mangelernährung ihrer Mütter und auch wegen der Winter-Infektionen mehr gefährdet. Heute hat das keinen Einfluss mehr“, verdeutlicht er.

Damit es mit dem Kinderwunsch klappt, sollten Paare Geduld mitbringen. „Bei hormoneller Verhütung empfiehlt es sich, einen Monat vor der geplanten Empfängnisbereitschaft das Präparat abzusetzen, sei es die Pille oder die Hormonspirale“, erläutert Albring und betont, dass die Wahrscheinlichkeit für die Frau unkompliziert schwanger zu werden ab dem 28. Lebensjahr jedes Jahr um einige Prozent abnimmt.

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erstellt am 16.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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