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Finanzen : Hunderttausende D-Mark in MVs Sparstrümpfen

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Die D-Mark-Zeiten sind 15 Jahre nach Einführung des Euro nicht vorbei. Allein in MV sind 2016 mehr als 600.000 DM umgetauscht worden. Und viel, viel mehr liegen noch - wo auch immer.

Eineinhalb Jahrzehnte nach der Bargeld-Einführung des Euro bringen die Menschen noch immer Hunderttausende D-Mark zum Umtausch in die beiden nordostdeutschen Bundesbankfilialen in Rostock und Neubandenburg. 2016 waren es 635 036,60 D-Mark, wie ein Sprecher der Bundesbank in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur sagte. Das sind nur 800 D-Mark weniger wie im Jahr davor und rund 100 000 D-Mark mehr als 2014. Die 2975 Besitzer erhielten 324 691,61 Euro. Pro Tauschgeschäft waren das im Schnitt 109,14 Euro.

Trotz der Tatsache, dass die Bargeld-Einführung des Euro bereits zum 1. Januar 2002 erfolgte, könnte das Tauschgeschäft noch einige Jahre so weitergehen: Laut Bundesbank sind 12,7 Milliarden D-Mark bisher nicht eingetauscht worden. Davon entfielen knapp 6 Milliarden D-Mark auf Banknoten und 6,7 Milliarden D-Mark auf Münzen. „Ein erheblicher Teil der Münzen ist in den Händen von Sammlern und wird deswegen nicht zum Umtausch vorgelegt“, sagte Bundesbank-Sprecher Christian Hecker. „Zudem dürfte ein Teil des ausstehenden Bargeldes beispielsweise durch Brände verloren gegangen sein.“ Nicht alles Geld, das in Mecklenburg-Vorpommern getauscht wird, muss auch von dort stammen - kann auch etwa bei der Wohnungsauflösung des gestorbenen Onkels gefunden worden sein. Immer wieder gibt es Berichte, wonach Reisende aus Ländern, in denen die D-Mark früher als inoffizielle Zweitwährung galt - zum Beispiel Osteuropa - alte Bargeldbestände mitbringen und in Deutschland eintauschen. Hecker bestätigte diese Praxis. „Erfahrungsgemäß spielt die Rückführung von DM-Beträgen aus dem Ausland bei den Umtauschgeschäften eine Rolle“, sagte er. D-Mark-Scheine und -Geldstücke können in allen Filialen der Bundesbank kostenlos und zeitlich unbegrenzt umgetauscht werden.

 

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erstellt am 15.Jan.2017 | 20:45 Uhr

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