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Mecklenburg-Vorpommern

07. Dezember 2016 | 11:31 Uhr

Stallpflicht in MV : Hühner unter Quarantäne

vom
Aus der Onlineredaktion

Bio-Heidehof Volkenshagen ergreift Maßnahmen zum Schutz vor der Vogelgrippe

„Sie töten zwischen 1000 und 2000 Hühner im Jahr“, erzählt Betti Lehmann, Leiterin des Bio-Heidehofs Volkenshagen, und zeigt auf einen schwarzen Schwarm von Vögeln am Himmel. Kolkraben, Milane oder Seeadler jagen regelmäßig Hühner im Freigehege. Weitaus tödlicher ist jedoch die Vogelgrippe. Nachdem in MV die ersten Fälle aufgetreten sind, gilt die Stallpflicht.

Für Besucher der Geflügelanlage in Volkenshagen ist die Anweisung bereits spürbar. Lehmann verteilt weiße Schuh-Überzieher, zeigt auf ein Desinfektionsmittel für die Hände und hält eine Liste für Namen und Autokennzeichen bereit. Durch eine Hygieneschleuse müssen die Besucher des Hauptgebäudes. „Diese Maßnahmen gelten immer. Jetzt kommen noch Verschärfungen wegen der Vogelgrippe dazu“, sagt sie. Die Farmleiterin läuft über den grünen Rasen zum Freigehege, das direkt an einen grünen Stall grenzt. Ein Milan segelt flach über das Gehege. Die Hühner drängen sich ängstlich unter einen Baum. Der Biohof bietet den 23 000 Legehennen viel Auslauf unter freiem Himmel. Der Nachteil: Mit Vogelgrippe infizierte Wildtiere könnten leicht eindringen. „Wir haben Bäume gepflanzt und Unterstände zum Schutz aufgestellt. Ein Netz gegen die Raubvögel können wir aber nicht aufspannen. Immerhin haben wir 10 Hektar Auslauffläche“, sagt Lehmann.

Der beste Schutz gegen infizierte Wildvögel ist deshalb der Stall. Seit heute früh bleiben die Luken geschlossen und die Hühner bleiben drin. „Das führt zu weiteren Problemen. Wenn den Tieren langweilig wird, fangen sie an sich gegenseitig zu picken. Deshalb streuen wir Korn oder geben Spielzeuge mit Futter in den Stall“, erzählt Lehmann.

Für die Mitarbeiter liegen blaue Matten, gefüllt mit Desinfektionsmittel, wie Fußabtreter vor der Stalltür. Darauf stampfen Beschäftigte in dunklen Schutzanzügen ein paar Mal auf der Stelle, um sich die Schuhsohlen zu reinigen. Für Betriebsfremde gilt seit der Krankheitswarnung absolutes Zutrittsverbot . Trotz der Vogelgrippe wirkt Betti Lehmann entspannt. Bereits 2014 erlebte sie die Quarantäne über mehrere Monate mit. „Außerdem haben wir jedes Jahr ein Seminar zum Thema Hygiene und Vogelgrippe.“

Falls der Erreger doch eindringen sollte, kennt sie die Symptome. „Kranke Hennen haben einen deutlich blauen Kamm, sichtbare Ödeme, die Legeleistung bricht ein und der Kot wird wässrig. Zum Glück sind wir bis jetzt verschont geblieben.“

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erstellt am 11.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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