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Energie : Hohe Kostenlast für Stromkunden in MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Belastung um ein Drittel höher. Verbraucherschützer: Haushalte üben Verzicht

Hohe Strompreise, niedrige Kaufkraft: Die Energierechnung belastet private Haushalte in Mecklenburg-Vorpommern im Vergleich aller Bundesländer am stärksten. Im Schnitt fallen die Strompreise in den neuen Ländern um vier Prozent höher aus, ermittelten Analysten des Verbraucherportals Verivox. So muss ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden nach dem Verivox-Verbraucherpreisindex 1031 Euro im Jahr für Strom bezahlen, in den alten Ländern im Schnitt 43 Euro weniger. Gleichzeitig fällt das verfügbare Einkommen der Ost-Haushalte nach Abzug aller regelmäßig wiederkehrenden Kosten im Jahr um knapp 10 000 Euro geringer aus – 37 003 Euro im Osten, statt 46 608 im Westen. „In den neuen Ländern trifft eine schwache Kaufkraft auf besonders teuren Strom“, erklärte Verivox-Chef Jan Lengerke: Unterm Strich sei die Belastung durch die Stromkosten deutlich höher.

Besonders in MV: Der Verivox-Analyse zufolge seien die Einwohner zwischen Boizenburg und Ueckermünde am stärksten belastet – knapp ein Drittel mehr als im Bundesschnitt. Am geringsten ist die Kostenbelastung in Bayern – elf Prozent unter Bundesdurchschnitt. Kunden in MV ziehen die Notbremse: Die hohen Kosten würden die Haushalte zum Sparen zwingen, erklärte Jürgen Fischer, Vorstand der Verbraucherzentrale MV: „Die Leute verzichten aus Kostengründen und sparen mehr Strom.“

In MV kommt den Verbrauchern vor allem die Energiewende teuer zu stehen: Ungeachtet sinkender Beschaffungskosten müssen Kunden im Nordosten deutlich höhere Strompreise zahlen als in anderen Ländern. Grund dafür sind die hohen Kosten für den Netzausbau, die die Kunden vor Ort tragen müssen. „Das verteuert den Strompreis enorm“, kritisierte Verbraucherschützer Fischer: „Die Unterschiede sind massiv.“ Die Netzausbaukosten müssten auf alle Bundesländer verteilt werden. Vergangene Woche hatte sich der Bundesrat für einheitliche Netzentgelte ausgesprochen. Die Länder forderten die Bundesregierung auf, die Mehrbelastung für ostdeutsche Stromkunden zu beenden und bis Ende August eine Verordnung zur Angleichung der Netzentgelte vorzulegen. Früheren Angaben zufolge würde eine „verursachergerechte“ Umlage der Ausbaukosten auf alle Bundesländer Stromkunden im Nordosten bis 2023 um eine Milliarde Euro entlasten, geht aus einer Studie der TU Dresden hervor.  

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erstellt am 14.Mär.2017 | 12:00 Uhr

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