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Mecklenburg-Vorpommern

26. Juli 2016 | 18:05 Uhr

Mecklenburg Vorpommern : Hochwasser an der Ostsee?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wetterexperten befürchten am Wochenende Wasserstände von einem Meter über normal / Backhaus: Wir beobachten Situation genau

An der Ostseeküste waren die Wasserstände bereits gestern 30 bis 40 Zentimeter höher als normal. Wetterexperten wie Stefan Kreibohm von der MeteoGroup warnen: Am Wochenende könnte es deshalb bei starkem Nordwind zu einer Sturmflut kommen. „Ich vermute, dass wir die Ein-Meter-Marke überschreiten werden“, sagte der TV-Meteorologe auf der Internetplattform von MeteoGroup.

Ursache sei eine anhaltende Westströmung, die seit Anfang Dezember Wassermassen von der Nordsee über Belt und Öresund in die Ostsee drückt. Ein sogenannter Badewanneneffekt könnte entstehen, wenn der Wind am Wochenende dreht und als Sturm aus nördlicher Richtung auf die Küste trifft. Schuld ist laut Kreibohm ein Sturmtief, das sich über Skandinavien bildet.

„Ein Meter ist noch kein Drama“, so der Wetterexperte über die Folgen. Aber in einigen Häfen wie in Stralsund und Wismar werde das Wasser über die Kaikanten treten.

Im Schweriner Umweltministerium nimmt man die Warnungen ernst. „Wir werden die Wasserstände an der Ostsee genau beobachten", sagte gestern Minister Till Backhaus (SPD). Die Küstenschutzanlagen hätten mit den angekündigten Pegelständen aber voraussichtlich keine Probleme.

Seit 1991 hat das Land mehr als 360 Millionen Euro in den Küstenschutz investiert. Etwa 40 Prozent der Gelder wurden für die Aufspülung von etwa 15 Millionen Kubikmeter Sand eingesetzt. Wichtige Projekte waren Deiche und Schutzmauern in Boltenhagen, Heiligendamm, Markgrafenheide und Ahrenshoop.

Größtes Vorhaben ist derzeit ein 27 Millionen Euro teures Sperrwerk in Eldena bei Greifswald, das voraussichtlich Mitte 2016 komplett fertiggestellt sein wird.

Bis 2020 sind weitere 49 Küstenschutzbauten geplant. Dazu gehören Schutzanlagen für Rostock und Ueckermünde, die Ringeindeichung von Prerow, und die Steilufersicherung bei Sassnitz.

Bei einer Sturmflut im Jahre 1872 starben an der Ostseeküste bei Wasserständen von drei Metern über normal 271 Menschen.

Auf der Internetseit pegelportal-mv.de kann sich jeder aktuell über Wasserstände an der Ostsee informieren.

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erstellt am 05.Feb.2015 | 21:00 Uhr

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