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Mecklenburg-Vorpommern

24. Februar 2017 | 07:06 Uhr

Kritik von Tierschützern : Hobbyjäger im Visier

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auf Rügen legen Jäger den Bahnverkehr lahm

Der Streit um Treibjagden zwischen Jägern und Tierschützern verschärft sich. Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern und der Arbeitskreis der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden fordern eine Überprüfung des Gemeinnützigkeitsstatus der Tierschutzvereinigung Peta. Die Tierschutzaktivisten würden Landwirte, Jäger und Angler haltlos und pauschal kriminalisieren. Es habe derzeit System, Jäger öffentlich anzuprangern, teilten die Verbände gestern mit. Die Tierschutzorganisation hatte eine Drückjagd kritisiert, die Mitte November bei Bentzin (Vorpommern-Greifswald) durchgeführt wurde, und hatte Strafanzeige gegen Jäger gestellt. Gestern nahm die Tierrechtsorganisation eine Treibjagd auf der Insel Rügen vom vergangenen Freitag ins Visier. Jäger hatten dabei den Bahnverkehr nördlich von Bergen auf der Insel Rügen für etwa zwei Stunden lahmgelegt. Wie eine Sprecherin der Bundespolizei Stralsund gestern sagte, hätten sich mehrere Jäger auf den Gleisen aufgehalten. Die Bundespolizei ermittle nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Zudem wurde die Treibjagd sofort unterbunden. Es sei zu Teilausfällen und Verspätungen von Zügen auf der Strecke Bergen-Binz gekommen. Die Tierrechtsorganisation Peta nahm diesen Fall auf Rügen zum Anlass, erneut ein Verbot von sogenannten Hobbyjagden zu fordern. Jagden gefährdeten Menschen und seien auch nicht geeignet, Wildtierpopulationen dauerhaft zu regulieren. Der Bauernverband und der Landesjagdverband wollten sich zu dem Vorfall auf der Insel Rügen zunächst nicht äußern.

Der Bauernverband warf Peta vor, ihren Gemeinnützigkeitsstatus dazu zu missbrauchen, Strafverfolgungsbehörden auf Kosten des Steuerzahlers zu beschäftigen. Peta sei offenbar entgangen, dass es in den letzten zwei Monaten auf den Straßen MVs zu rund 100 Wildunfällen gekommen sei. Wegen des letzten milden Winters und ausreichendem Nahrungsangebot vermehre sich das Schwarzwild stark. Für die Agrarbetriebe um Bentzin sei die Drückjagd existenziell gewesen, argumentierte der Bauernverband weiter. Allein dort komme es trotz der Jagden pro Jahr zu Wildschäden im fünfstelligen Euro-Bereich.  

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