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Mecklenburg-Vorpommern

29. Juli 2016 | 06:02 Uhr

Krawalle in Rostock : Hansa im freien Fall

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

70 Vermummte randalierten / 1700 Polizisten im Einsatz / Caffier will Aufarbeitung

Der tiefe Fall des FC Hansa: Erneute schwere Krawalle nach einem verlorenen Drittliga-Spiel mit Ausschreitungen gegen Polizisten, brennenden Mülltonnen, Böller-Angriffen und Leuchtspurmunition im Stadion der gegnerischen Fans und eine erneute sportliche Fehlleistung – am Ende 13 verletzte Beamte, 30 Strafanzeigen und Sachschäden von mindestens 40 000 Euro und der schlechteste Liga-Stand des FC in der 59-jährigen Vereinsgeschichte. Die schweren Krawalle am Rande der Partie zwischen Hansa Rostock und Dynamo Dresden sollen ein politisches Nachspiel haben. Jetzt reißt auch Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) der Geduldsfaden. Beim Treffen der Innenminister der Länder wolle er besprechen, „wie wir konsequent gegen die Rädelsführer der Ausschreitungen vorgehen können“, kündigte er gestern an. Nicht nur die Zahl der Angriffe auf Polizisten, sondern auch die Zahl der Straftaten am Rande von Fußballspielen nehme zu. Der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze ZIS der Polizei zufolge stieg die Zahl der Strafverfahren bei Spielen der 1. und 2. Liga im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent, in der 3. Liga um 13 Prozent.

Caffier sagte, er erwarte von der Hansa-Führung und Fanvertretern, dass sie sich „ganz klar von diesen Aktionen distanzieren und gemeinsam mit der Polizei die Ereignisse prüfen, analysieren und auch entsprechende Sanktionen für die kommenden Spiele prüfen“. Beide Vereine verurteilten die Verfehlungen. „Für das Verhalten dieser Straftäter haben wir überhaupt kein Verständnis! Diese Personen sind ein klarer Fall für die Strafverfolgungsbehörden! Der Einfluss eines Fußballvereins hat jedoch gewisse Grenzen, weshalb wir für diese Straftaten Einzelner keine Verantwortung übernehmen können und wollen“, sagte Rainer Friedrich, Hansa-Vorstand für Prävention, gestern. Dresdens kaufmännischer Chef Robert Schäfer erklärte: „Diese Personen müssen strafrechtlich verfolgt, abgeurteilt und bestraft werden.“

Bei den Ausschreitungen hatten „mehrere Hundert Personen, die dem Fanspektrum des Vereins Hansa Rostock zuzurechnen sind“, Polizisten und Gebäude mit Steinen beworfen. 70 Vermummte randalierten. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz. 1700 Beamte waren im Einsatz.

Erneute Fehlleistungen auch auf dem Spielfeld: Hansa verlor erneut – 1:3 gegen Dynamo Dresden. Damit stürzten die Rostocker erstmals auf einen Abstiegsplatz in der 3. Fußball-Liga. Sport

 

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erstellt am 01.Dez.2014 | 08:00 Uhr

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