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Mecklenburg-Vorpommern

05. Dezember 2016 | 17:37 Uhr

„Der Messias“ in Rostock : Händel in ungewohntem Gewand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

„Der Messias“ feierte am Sonnabend zum ersten Mal als szenische Aufführung Premiere am Volkstheater Rostock

Mit minutenlangem Applaus und zum Teil Standing Ovations hat am Sonnabend Georg Friedrich Händels Oratorium „Der Messias“ am Rostocker Volkstheater Premiere gefeiert – die fünfte der aktuellen Spielzeit unter dem neuen Intendanten Joachim Kümmritz. Das Besondere an dieser Aufführung: Zum ersten Mal waren nicht nur Solisten des Musiktheaters, der Opernchor sowie die Norddeutsche Philharmonie Rostock beteiligt, sondern auch die Tanzcompagnie war in diese ungewohnt szenische Vorführung mit eingebunden.

Vor einer minimalistisch wirkenden Schattenleinwand – einer Art Nachbildung einer Kathedrale – sowie einer großen Treppe wurden in der Inszenierung in drei Teilen mit Pause Texte aus dem Alten und Neuen Testament in englischer Sprache gesungen. Wer dieser nicht ganz mächtig war, dem blieb zum besseren Verständnis nur der Blick ins Programmheft, wo die einzelnen Prophezeiungen, Psalme und Evangelien kurz aufgeführt sind.

Das zurückhaltende Bühnenbild hingegen ließ den nötigen Raum für die Sänger und Tänzer. Denn zusammen mit dem Chor tummelten sich mitunter recht viele Darsteller auf der Bühne im Großen Haus: die sechs Gesangssolisten, die gekleidet waren wie eine Gruppe aus den 50er- und 60er-Jahren mit Petticoat, feinem Zwirn oder langem Mantel, die etwa 20 Chormitglieder, die den Eindruck erwecken ließen, sie seien biedere Büroangestellte in grauen Kostümchen und Anzügen, und dann noch die acht Tänzerinnen und Tänzer, die anfangs in einem Hauch von Nichts, nur bedeckt von großflächigen Tätowierungen, über die Bühne tanzten.

Dennoch, die Tanzcompagnie bereicherte die Aufführung, brachte sogar einen gewissen Witz in die Aufführung, wenn der Chor beispielsweise verkündet, dass der Messias geboren wurde. Lediglich in einigen wenigen Szenen war das Aufeinandertreffen von moderner Tanzkunst und klassischem Gesang etwas gewöhnungsbedürftig. Umso mehr bewiesen der stimmgewaltige Chor, die Solisten und die Philharmoniker unter der Leitung von Manfred Hermann Lehner, dass Musik ein starkes Instrument ist, Gefühle zu transportieren und zu erzeugen. Und so holten sich alle Beteiligten inklusive Katja Taranu, die für die Inszenierung und Choreografie verantwortlich zeichnet, sowie Ausstattungsleiter Robert Schrag nach der etwa dreistündigen Inszenierung ihren wohlverdienten Applaus beim Publikum ab.

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erstellt am 07.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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