zur Navigation springen
Mecklenburg-Vorpommern

29. März 2017 | 01:35 Uhr

500 Jahre Reformation : Greifswald ist „Reformationsstadt Europas“

vom

Greifswald ist jetzt Teil des Bundes der Reformationsstädte in Europa: Johannes Bugenhagen, einer der engsten Vertrauten Luthers, studierte hier. Der „Doctor Pomeranus“ brachte später von Wittenberg aus die Reformation in den Norden.

Die Hansestadt Greifswald ist in den Bund der Reformationsstädte Europas aufgenommen worden. Das europaweite Partnerschaftsprojekt entstand im Zusammenhang mit dem 500-jährigen Reformationsjubiläum. Ihm gehören europäische Kirchen und inzwischen 81 Städte in Europa an. Der Titel wurde der Stadt am Donnerstag offiziell von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) verliehen. Greifswald habe im 16. Jahrhundert einen nicht unbedeutenden Anteil an den europäischen Reformationsprozessen gehabt, sagte der GEKE-Generalsekretär Michael Bünker. Greifswald ist die bislang einzige Stadt aus dem Bereich der Nordkirche, die in den Bund aufgenommen wurde. In der Stadt wird mit etwa 60 Veranstaltungen der Reformation vor 500 Jahren gedacht.

In den Jahren 1502 bis 1504 hatte der im pommerschen Wollin geborene Johannes Bugenhagen (1485-1558) in Greifswald studiert. Der „Doctor Pomeranus“ wurde später ein wichtiger Weggefährte Martin Luthers und bedeutender Reformator. Bugenhagen verfasste die neuen Kirchenordnungen von Pommern, Schleswig, Lübeck, Hamburg sowie Norwegen und festigte damit die Reformation in den niederdeutschen Sprachgebieten. Bugenhagen war zudem Herausgeber der ersten mittelniederdeutschen Ausgabe der Lutherbibel, die 1533/34 als Lübecker Bibel erschien. Das Pommersche Landesmuseum in Greifswald beherbergt mit dem Croy-Teppich ein wichtiges Zeugnis aus der Zeit der Reformation.

Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern, Patrick Dahlemann (SPD), verwies auf die traditionell enge Zusammenarbeit zwischen kirchlich Engagierten und der Stadt. Zwar könne die Stadt nicht als Vorreiterin der Reformation angesehen werden, sagte Dahlemann. Sie sei aber Wirkungsstätte wichtiger Reformatoren wie Bugenhagen und Johann Knipstro gewesen und habe später mit der Universität eine Schlüsselstellung bei der weiteren Verbreitung der neuen Lehre und beim Aufbau der neuen Kirche in Vorpommern gehabt.

Mit dem Beitritt in das Netzwerk erhofft sich die Stadt eigenen Angaben zufolge eine breitere überregionale und auch internationale touristische Wahrnehmung der Aktivitäten zum Reformationsgedenken.

Finanzielle Verpflichtungen seien mit dem Beitritt in den Bund der Reformationsstädte nicht verbunden.

Als Teil der Gemeinschaft darf die Stadt die Wort-Bild-Marke „Reformationsstadt Europas“ tragen, auch über das Jubiläum hinaus.

Greifswald begeht mit rund 60 Veranstaltungen das 500. Reformationsjubiläum. Neben den Kirchengemeinden und der Nordkirche beteiligen sich die Stadt, Theater und Museen an der Aktion.

Höhepunkt der Aktivitäten in Greifswald ist die Ausstellung „Luthers Norden“, die die religiösen, kulturellen und politischen Auswirkungen der Reformation in Norddeutschland erhellen soll. Die Ausstellung wurde vom Pommerschen Landesmuseum in Greifswald und dem schleswig-holsteinischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Schloss Gottorf erarbeitet.

zur Startseite

von
erstellt am 16.Mär.2017 | 18:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen