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Mecklenburg-Vorpommern

05. Dezember 2016 | 17:40 Uhr

Manuela Schwesig : Goldmarie im Babyglück

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Familienministerin Manuela Schwesig ab Sonntag im Mutterschutz. Letzter Termin war in Schwerin

Selbst der Goldene Saal des Justizministeriums konnte gestern beim Jahresempfang der Arbeitsgruppe Neonatologie und Perinatologie nicht so sehr strahlen, wie Familienministerin Manuela Schwesig (SPD). Ihren letzten öffentlichen Pressetermin nutze sie, um die Fachtagung der Helios Kliniken einzuleiten und sich bei den vielen Ärzten, Pflegern und Hebammen zu bedanken. Sie sorgen dafür, dass die Säuglingssterblichkeit in MV leicht unter dem Bundesdurchschnitt bleibt und „so viele Kinder gesund auf die Welt kommen“.

Die kommenden Winterferien wollen Schwesig und ihre Familie nutzen, um das Babyzimmer einzurichten und „alte Strampler von Sohn Julian (8 Jahre) wieder rauszuholen“. Der Geburtstermin ihrer Tochter – deren Namen die Familienministerin noch nicht bekanntgeben wollte – ist für Mitte März anberaumt. Und das kleine Töchterchen wird, wie schon der große Bruder, in den Schweriner Helios Kliniken entbunden.

Dann heißt es erst einmal ade Kabinettssitzungen, Pressekonferenzen und hitzige Debatten. Denn trotz ihres großen Engagements für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, den Kitaausbau, Lohngerechtigkeit und den Mutterschutz – alle sehr nah an ihren persönlichen Erlebnissen als berufstätige Mutter – freut sich die 41-Jährige auf die Auszeit mit der Familie. Im Kabinettssaal wird sie ihr Staatssekretär Ralf Kleindiek, ein erfahrener Beamter, vertreten. Und auch mit SPD-Chef Sigmar Gabriel hat sie alles, was während ihrer Abwesenheit passieren könnte, ausführlich durchgesprochen. „Wir haben viele Gesetze auf den Weg gebracht und mein Koalitionspartner muss nicht denken, nur weil ich im Mutterschutz bin, werden diese nicht mehr vorangetrieben“, sagt Schwesig mit selbstsicherem Lächeln. Für den Notfall werde sie während ihrer Babypause trotzdem telefonisch erreichbar bleiben, verspricht sie.

Danach plant die SPD-Politikerin, die als eine der großen Hoffnungsträgerinnen ihrer Partei gilt, jedoch ein schnelles Berufs-Comeback. Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, soll ihre Babypause schon wieder vorüber sein. Obwohl das ein Sonntag ist.

Baby-Mama und Ministerin, Stillen und Spitzenpolitik – ja, das geht, so ihre Botschaft. Doch diese Geschichte weckt Erinnerungen. Zum Beispiel an ihre Vorgängerin Kristina Schröder, die als erste Bundesministerin während ihrer Amtszeit ein Kind bekam. Die CDU-Politikerin gab ihr Ministeramt jedoch nach einiger Zeit auf, weil sie mehr Zeit für ihre Tochter haben wollte.

Manuela Schwesig wird das nicht passieren, ist sie sich sicher. Sie hat bereits Erfahrungen damit. Ständig pendelt sie zwischen ihrer Heimatstadt Schwerin und Berlin, findet aber trotzdem Zeit, ihren Sohn auch mal zur Schule zu bringen oder von Kindergeburtstagen abzuholen. Zudem will Ehemann Stefan, der als Geschäftsführer einer Entsorgungsfirma tätig ist, ihr den Rücken frei halten. „Als unser Sohn zur Welt kam, war mein Mann beruflich sehr eingespannt, da bin ich in Elternzeit gegangen. Jetzt nimmt er sie“, erklärt die Ministerin.

Dabei begeht Manuela Schwesig ihre zweite Schwangerschaft viel entspannter als die erste. „Dieses Mal weiß ich ja in etwa, was mich erwartet.“

Schon jetzt freue sie sich sehr darauf, ihr Töchterchen bald kennenzulernen. Bis dahin gibt es noch einige Portionen saure Gurken und Nutella – aber getrennt von einander! Denn die typischen Schwangerschafts-Gelüste hat die Ministerin nicht entwickelt.

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erstellt am 22.Jan.2016 | 21:00 Uhr

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