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Waldbestand MV : Gesunde Wälder, kranke Eschen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Minister Backhaus präsentiert Waldzustandsberich. Pilzbefall bereitet Sorgen

Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) wirkte ein wenig verliebt. Der Wald, sagte er gleich zu Beginn seiner Rede mit fester Stimme, habe hierzulande einen ausgezeichneten Ruf. Sichtlich stolz verkündete Backhaus: Mecklenburg-Vorpommern verfügt neben Brandenburg über die gesündesten Wälder Deutschlands. Anlass seiner Hommage war der Waldzustandsbericht des Jahres 2016, den er gestern in Schwerin vorstellte.

Der Anteil der Bäume mit deutlichen Schäden lag im letzten Jahr laut Bericht bei nur 15 Prozent. Das sind Bäume, die mehr als ein Viertel ihrer Nadeln oder Blätter verloren haben. Im Vorjahr lag der Wert bei 14 Prozent. „Der Gesundheitszustand in den Wäldern ist somit stabil geblieben“, sagte Backhaus. Die Zahlen zeigten, dass die meisten Baumarten resistent seien gegenüber Umwelteinflüssen.

Doch der Minister kennt seine „Pappelheimer“. „Nach wie vor unbefriedigend“ sei der Zustand der Eiche. Der mittlere Blattverlust der hiesigen Eichen erhöhte sich von 20 auf 21 Prozent. Im Gegensatz zur standfesten Kiefer ist sie anfälliger für markantes Wetter, Fraßschäden von Schmetterlingsraupen oder Insektenbefall. Und dann die Eschen. Sie leiden seit Jahren unter dem Eschentriebsterben. Auslöser ist ein Schlauchpilz, der Anfang der 90er-Jahre über Asien nach Polen eingeschleppt wurde. Entdeckt wurde die Krankheit erst 2002, als vor allem in Vorpommern innerhalb kurzer Zeit junge Eschenkulturen und Naturverjüngungen starben. Heute zieht sich der Schlauchpilz durch alle Wälder Europas. Die Lösung: 2016 hat das Land MV eine Initiative ins Leben gerufen, um die Esche zu retten. Unterstützt vom Bund mit 1,3 Millionen Euro sollen mit Schwerpunkt der Wälder in MV 300 gesunde Eschen gefunden werden, aus denen resistentes Eschen-Saatgut gewonnen werden soll. Das berichtete Peter Röhe, Referatsleiter für Waldschutz im Ministerium. Die Ergebnisse erwartet er in 20 Jahren. Immerhin: Würde sich die Esche auf natürlichem Wege an den Pilz anpassen, dauerte es über 100 Jahre, erklärte er. „Der Erhalt der Baumvielfalt im Land ist wichtig“, sagte Backhaus. Drei Viertel der insgesamt 560 000 Hektar im Land seien Mischwald – und für den Minister die Zukunft. Bedingt durch den Klimawandel bräuchte es Wälder, die stabil sind und sich an das Klima anpassen. Denn ein gesunder Wald, sagte Backhaus, sei auch immer ein Indiz für eine gute Wirtschaft.

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erstellt am 14.Mär.2017 | 20:45 Uhr

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