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Mecklenburg-Vorpommern

31. Mai 2016 | 05:54 Uhr

Erneuerbare Energien : Gegen unbegrenzten Windkraftausbau

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

50 Windkraftgegner aus den drei norddeutschen Flächenländern trafen sich in Wismar

Mit ihrem Wismarer Appell zum Ausbau der Windkraft vernachlässigen die norddeutschen Regierungschefs nach Ansicht von Windkraftkritikern aus Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein ihre Vorsorgepflicht gegenüber den Einwohnern.

Etwa 50 Vertreter von Bürgerinitiativen der drei Länder trafen sich am Samstag in Wismar und wandten sich mit einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Die norddeutschen Landschaften würden durch die Windanlagen sinnlos ausgebeutet und zerstört, meinen die Dachorganisationen „Vernunftkraft“ in Niedersachsen, „Für Mensch und Natur - Gegenwind“ in Schleswig-Holstein und „Freier Horizont“ in Mecklenburg-Vorpommern.

„Daher fordern wir eine bundesweit einheitliche Abstandsregelung zwischen jedweder Wohnbebauung und Windkraftanlagen, die mindestens dem 10-fachen der Anlagenhöhe entspricht“, heißt es in dem Schreiben. Zudem verlangen sie, das Erneuerbare-Energien-Gesetz abzuschaffen. Weiterhin weisen sie auf bislang unkalkulierbare gesundheitliche Gefahren für die Anwohner von Windparks hin.

Ende Januar hatten die Nord-Regierungschefs gemeinsam mit dem Bundesverband Windenergie, dem Arbeitgeberverband Nordmetall und der IG Metall Küste den weiteren Zubau an Land von 2,5 Gigawatt Leistung pro Jahr gefordert. Auf See sollen auch im kommenden Jahrzehnt zwei bis drei Windparks pro Jahr neu ans Netz gehen.

Erst vor wenigen Wochen hatten die Gegner des weiteren Windkraftausbaus in MV erklärt, dass sie bei der Landtagswahl im September mit einer eigenen Partei antreten. Mitglieder des Aktionsbündnisses „Freier Horizont“ hatten die Gründung einer Partei beschlossen, die voraussichtlich den gleichen Namen tragen soll, teilte Ende Januar der Bündnis-Vorsitzende Norbert Schumacher mit. „Derzeit gibt es keine demokratische Partei, die Menschen wählen könnten, die den weiteren unkontrollierten Windkraftausbau ablehnen“, sagte er. Die neue Partei soll Ende Februar gegründet werden. Ihr Wählerpotenzial sieht Schumacher vor allem auf dem Lande. Vielerorts hätten Bürger die Erfahrung gemacht, dass ihre Stimme gegen weitere Windkraftanlagen in den entscheidenden Gremien kein Gewicht habe. „Wir machen Politik aus Notwehr“, sagte der Vorsitzende der Bürgerinitiative „Windflüchter“ aus Pripsleben, Gilbert Schulz. Niemand in dem Aktionsbündnis habe bis vor Kurzem die Absicht gehabt, eine Partei zu gründen.

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erstellt am 07.Feb.2016 | 20:00 Uhr

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