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Mecklenburg-Vorpommern

09. Dezember 2016 | 06:50 Uhr

Landesparteitag der AfD : Gegen politische Korrektheit

vom
Aus der Onlineredaktion

Landesparteitag der AfD bestätigte Leif Erik Holm im Amt. Ziel: Bundeskanzlerin Merkel ablösen

Die AfD in Mecklenburg-Vorpommern hat Leif Erik Holm mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Der Landesparteitag wählte Holm gestern in Gägelow mit 93 Prozent der Stimmen erneut zu ihrem ersten Landessprecher. Bei der Wahl des – formal gleichberechtigten – zweiten Sprechers setzte sich der von Rügen stammende Bernhard Wildt gegen den Neubrandenburger Enrico Komning mit 124 zu 66 Stimmen durch. Wildt wird eher dem bürgerlichen Flügel der AfD zugerechnet, Komning dem nationalistischen.

Der Parteitag war vor allem für die Wahl eines neuen Vorstands einberufen worden. Inhaltliche Debatten waren nicht vorgesehen. Ganz allgemein forderte der wiedergewählte Holm, die „verdammte politische Korrektheit“ endlich über Bord zu werfen. Was er konkret damit meinte, sagte Holm nicht. Die „Deutungshoheit des linksgrünen Mainstreams“ müsse beendet werden. Nächstes Ziel der AfD sei es, im nächsten Jahr Angela Merkel als Bundeskanzlerin abzulösen. Die AfD müsse „um eigene Mehrheiten kämpfen“, da die CDU nicht als Koalitionspartner infrage käme; sie sei zu „weit nach links gerückt“.

Wildt forderte seine Partei auf, mehr Frauen für eine Mitarbeit zu gewinnen und sich mehr um soziale Themen zu kümmern. Letztlich, so Wildt, gehe es ihm wie auch seinem Gegenkandidaten Komning darum, „unser Vaterland zu retten“. Komning sprach sogar von der AfD als „letzten Schutzmantel des deutschen Volkes“ und befürchtete, die AfD könne sich zu schnell an die „Altparteien“ anpassen.

Da die AfD in Mecklenburg-Vorpommern keine Delegierten für den Landesparteitag wählt, konnte jedes Parteimitglied nach Gägelow kommen. Davon machten 200 Mitglieder Gebrauch, Das waren mehr, als die Organisatoren erwartet hatten.

Zu Beginn des Parteitags, der am Volkstrauertag stattfand, forderte Holm die Delegierten zu einer Schweigeminute für „unsere gefallenen Soldaten“ aus dem ersten und zweiten Weltkrieg auf. Die AfD müsse sich dagegen wehren, dass Kriegerdenkmale zum Gedenken etwa an alle Kriegstoten umgewidmet würden.

Sehr zufrieden war die Parteispitze mit der Entwicklung der Mitgliederzahlen. Sie sei innerhalb eines Jahres um etwa 60 Prozent auf über 500 gestiegen. Außerdem freute sich die Schatzmeisterin über 100 000 Euro an Spenden für die Parteikasse.

Noch nicht zufrieden ist der AfD-Landesverband mit der Zahlungsmoral seiner 18 Landtagsabgeordneten. Nur fünf von ihnen würden fünf Prozent ihres Einkommens an die Partei spenden, hieß es. Dazu sind sie laut Parteitagsbeschluss eigentlich alle verpflichtet.  

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erstellt am 13.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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