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Mecklenburg-Vorpommern

29. März 2017 | 13:05 Uhr

MV hebt Stallpflicht in weiten Teilen auf : Geflügel darf ab Samstag wieder in die Freiheit

vom

Viele Geflügelhalter warten sehnlichst darauf: die Aufhebung der Stallpflicht. Jetzt soll es in weiten Teilen des Landes soweit sein.

 Anderthalb Stunden dauert das Gespräch am Donnerstagabend zwischen Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD), Vertretern der Landkreise und Kreistierärzten über die Lockerung der Stallpflicht. Gegen 18.50 Uhr sagt Backhaus dann den entscheidenden Satz, der bei vielen Gefügelhaltern im Land für große Erleichterung sorgen wird: Mecklenburg-Vorpommern wird die Stallpflicht für Geflügel in weiten Teilen des Landes aufheben.  „In den als unbedenklich eingestuften Gebieten können die Tiere ab Sonnabend raus“, verkündet der Minister. Dies sei eine generelle Lösung. „Wir gehen weg von der Einzelfallentscheidung.“

Allerdings könnten die Landkreise bei Vorliegen eines neuen Risikos die Stallpflicht in freigegebenen Regionen wieder anordnen, betont Backhaus.

Welche Gebiete als unbedenklich gelten und in welchen weiterhin die Stallpflicht aufrechterhalten wird, wird mit den Landkreisen und Experten abgestimmt. Das soll bis Freitag 12 Uhr erfolgen“, sagte Backhaus.

Soviel steht aber bereits fest: Die großen Wasserläufe und Seen sowie die Küste gelten weiter als Risikogebiete mit Stallpflicht. Dies soll einen Streifen von 500 Metern vom Ufer betreffen.

Laut Landwirtschaftsministerium ist  seit dem 3. März kein Fall von Geflügelpest mehr in Geflügelbeständen aufgetreten. Seit dem 9. März habe es auch keinen Nachweis mehr bei Wildvögeln gegeben. „Der Höhepunkt des Vogelzuges ist auch vorbei“, so Backhaus.

Nach Einschätzung des Landwirtschaftsministers ist MV beim größten Seuchenzug seit Jahren mit einem blauen Auge davon gekommen. Es habe Ausbrüche in 17 Ställen gegeben, zwei davon in  Großanlagen –  rund 144 000 Tiere mussten getötet werden. „In anderen Ländern gab es weitaus schlimmere Fälle“, betonte Backhaus. Bei der Bekämpfung der Seuche sei MV bundesweit beispielhaft vorgegangen.

Zuletzt hatte es allerdings zwischen Ministerium und Landkreisen deutliche Misstöne gegeben. Kreise wie Ludwigslust-Parchim, Nordwest-Mecklenburg und Rostock-Land hatten ganze Regionen bereits als unbedenklich eingestuft und dort die Freilandhaltung  generell erlaubt.

Das Ministerium pochte jedoch darauf, Ausnahmegenehmigungen nur auf Antrag der Geflügelhalter und nach Einzelfallprüfung zu erteilen. Mit der Entscheidung gestern Abend scheint dieser Konflikt nun ausgeräumt. 

 

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erstellt am 16.Mär.2017 | 20:45 Uhr

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