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Mecklenburg-Vorpommern

09. Dezember 2016 | 14:32 Uhr

Forschung aus Rostock : Futter für Nutztiere soll schmackhafter werden

vom

Bitter- und Gerbstoffe schmecken den Nutztieren nicht, deshalb werden diese Pflanzenstoffe in einer Silage abgebaut. Doch das dauert lang. Mit Mikroorganismen wollen Rostocker Forscher dieses Verfahren verkürzen.

Rostocker Forscher experimentieren derzeit an einem Verfahren, mit dem während des Fermentationsprozesses Bitter- oder Gerbstoffe aus den Futterpflanzen schnell herausgelöst werden können. Ziel sei es, das Futter für Nutztiere wie Kühe, Schweine oder Ziegen schmackhafter zu machen, sagte der Agrartechnologe Bassel Ibrahim. Diese Stoffe werden von Pflanzen als Schutz gegen Enzyme von Mikroorganismen produziert, von denen sie angegriffen werden. Der Eigenschutz der Pflanzen funktioniere allerdings nicht, wenn sich bei starker Feuchtigkeit wie bei Starkregen die Mikroorganismen stark vermehren und deshalb viele Enzyme bilden. Auf dem Feld knicke dann auch das Getreide um, sagte Ibrahim.

In der üblichen Silage dauere es mindestens vier Wochen, bis die Pflanzen reif zum Verfüttern sind. Bei ihren Untersuchungen konzentrierten sich die Rostocker Forscher auf Pflanzen mit hohem Eiweißanteil wie Ackerbohnen, Erbsen, Lupinen und die tropische Jackbohne. Durch Zusatz der bislang weitgehend unbekannten Mikroorganismen konnten die Forscher im Labormaßstab erreichen, dass diese Bitter- und Gerbstoffe schon nach zwei Tagen abgebaut waren. Es sei nun das Ziel, die dafür zuständigen Mikroorganismen und Enzyme zu identifizieren, um sie dann später gezielt einsetzen zu können.

Am Ende der Forschungen nach dem neuen Verfahren könnten Alternativen zu Soja-Importen stehen. Wenn heimische Eiweißpflanzen wie Erbse, Lupine oder Ackerbohne dem neuen Verfahren ausgesetzt werden, werde dies die Schmackhaftigkeit der Pflanzen erhöhen, so die Hoffnung der Forscher.

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erstellt am 03.Okt.2016 | 21:00 Uhr

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