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Mecklenburg-Vorpommern

02. Oktober 2016 | 00:20 Uhr

Schiffbauumfrage : Für Schiffbauer neue Jobs in Sicht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Eine Schiffbauumfrage prognostiziert für 2017 in Mecklenburg-Vorpommern 480 zusätzliche Arbeitsplätze

Auf Mecklenburg-Vorpommerns Werften könnten 2017 nach Auffassung der in der IG Metall Küste organisierten Betriebsräte 480 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen. Weitere 190 neue Jobs sind an den Werftstandorten in Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein möglich, wie aus einer Befragung der Bremer Agentur für Struktur- und Personalentwicklung im Auftrag der IG Metall Küste hervorgeht. Laut der gestern in Hamburg vorgestellten 25. Schiffbauumfrage hat sich die Auslastung der norddeutschen Werften 2016 gegenüber dem Vorjahr verbessert. Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, betonte, dass Aufträge für Kreuzfahrtschiffe, Yachten und Fähren sowie der Marineschiffbau für Arbeit sorgten. „Besonders gut sind die Aussichten in Mecklenburg-Vorpommern, wo der malaysische Genting-Konzern die Werften in Wismar, Warnemünde und Stralsund ausbauen will“, so Geiken.

Allerdings habe die gute Auftragslage der Werften auch Schattenseiten: Während es bei den Schiffbauern nur in einzelnen Unternehmen Probleme bei der Beschäftigung gebe – etwa der von der Geschäftsführung angestrebte Personalabbau bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) oder die mögliche Kurzarbeit auf der Lloyd-Werft in Bremerhaven –, litten Zulieferer stärker unter der weltweiten Krise auf dem Schiffbaumarkt, so Geiken. Sie rechneten daher auch häufiger mit einem Rückgang an Beschäftigung. Für Werften und Zulieferer gelte aber gleichermaßen: „Wer nur noch mit einer Rumpfmannschaft antritt, verliert wichtiges Know-how und setzt damit die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens aufs Spiel“, betont der Bezirksleiter.

Bereits in diesem Jahr hat es auf den deutschen Küstenwerften der Umfrage zufolge einen Beschäftigten-Zuwachs von 1,9 Prozent auf insgesamt 15 885 gegeben. Neben diesen Direkt-Beschäftigten arbeiten rund 8600 Werkvertragsarbeiter und Leiharbeitskräfte auf den Werften. Vor allem im Reparaturbereich sei die Leiharbeiter-Quote hoch, selbst Schlüsselpositionen würden dort nicht mit direkt Angestellten besetzt. „Hier ist eine Regulierung weiter erforderlich“, heißt es von der Gewerkschaft.

Auffällig und angesichts der Debatte über die Verlängerung der Lebensarbeitszeit bemerkenswert ist, dass nur noch 4,6 Prozent der Beschäftigten auf den Werften älter als 60 Jahre sind. In Zuliefererbetrieben liegt ihr Anteil bei 12,6 Prozent.

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erstellt am 16.Sep.2016 | 21:00 Uhr

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