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Mecklenburg-Vorpommern

10. Dezember 2016 | 06:03 Uhr

Bildungsmonitor : Fortschritte in MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sachsen und Thüringen haben die besten Schulen / Berufliche Bildung in Brandenburg schlecht / Frühkindliche Erziehung wertvoll

Aus Sicht der Wirtschaft hat das Bildungssystem in Mecklenburg-Vorpommern spürbare Fortschritte gemacht und nimmt im Ländervergleich mit Rang acht einen guten Mittelfeldplatz ein. Seit dem Jahr 2000 hätten rund 15 000 junge Akademiker mehr die Hochschulen im Nordosten verlassen, als damals zu erwarten gewesen wäre. Diese zusätzliche Ausbildungsleistung gehe mit einem Wertschöpfungsbeitrag von rund 323 Millionen Euro im Jahr 2012 einher, stellt die unternehmernahe Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft in ihrem gestern veröffentlichten Bildungsmonitor fest. Sie beruft sich dabei auf umfassende Vergleichsstudien, die das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln im Auftrag der Initiative erstellte. Besonders gute Noten gab es für das Lehrstellenangebot.

Mit G8-Abitur zum Bildungssieger?

Der Freistaat Sachsen ist in der Bildungs-Rangfolge der deutschen Bundesländer Spitzenreiter. Das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) und die arbeitgebernahe „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM) haben die Bildungssysteme der Länder zum elften Mal unter die Lupe genommen. Hintergründe von Antje Schroeder.

Welche Bundesländerhaben das beste Bildungssystem?

Zum wiederholten Mal standen Sachsen, Thüringen und Bayern ganz oben auf der Rangliste. Sachsen ist besonders stark bei der Qualität der Schulen und dem Kampf gegen Bildungsarmut – das Land versucht, allen Schülern gewisse Standards zu vermitteln. Thüringen gibt im Vergleich besonders viel Geld für seine Bildung aus, die Klassen sind klein und die meisten Schüler im Vergleich zum Bundesschnitt können eine Ganztagsschule oder
-kita besuchen.

Daneben gibt es auch eine Reihe von Ländern, die große Fortschritte gemacht haben. Hamburg z. B. hat den Anteil der Grundschüler mit Ganztagsunterricht und den Fremdsprachenunterricht an Berufsschulen gesteigert.

Welche Länder schneiden am schlechtesten ab?

Die rote Laterne trägt einmal mehr das Bundesland Berlin, dessen Auszubildende besonders oft die Lehre abbrechen und wo Schüler und Studenten oft länger zum Abschluss brauchen als in andern Bundesländern. Brandenburg schneidet bei der beruflichen Bildung schlecht ab, zudem sind ausländische und sozial schwache Schüler benachteiligt.

Hat sich das G8-Abitur in nur acht Jahren negativ auf die Bildung der Schüler ausgewirkt?

Laut Studie haben sich keine Hinweise gefunden, dass Schüler mit verkürzter Schulzeit schlechtere Bildungsergebnisse erzielen. So haben die beiden erstplatzierten Länder Sachsen und Thüringen nie das aus DDR-Zeiten übernommene Abitur nach der zwölften Klasse abgeschafft. „Die Leistungen der Schulabsolventen unterscheiden sich zwischen G8- und G9-Schülern kaum“, sagt Axel Plünnecke, Autor des Bildungsmonitors. Trotz Turbo-Abitur ließen sich die Schüler auch nicht davon abhalten, ein Musikinstrument zu erlernen, sich ehrenamtlich zu engagieren oder Sport zu treiben. Allerdings hat Niedersachsen beschlossen, ab 2015 zum Abitur in neun Jahren zurückzukehren, in Bayern ist eine entsprechende Volksinitiative gerade gescheitert. In vielen Ländern laufen Modellversuche mit beiden Schulformen. Somit entsteht ein bildungspolitischer Flickenteppich, den der INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr kritisiert: „Deutsche Schüler und Schülerinnen bleiben die Versuchskaninchen der Politik.“

Welche Rolle spielt die Bildung im Kindergarten und in Ganztagseinrichtungen?

Die Studie betont den besonderen Stellenwert der frühkindlichen Bildung, da dadurch besonders Kinder aus armen Elternhäusern, Mi-grantenfamilien und mit alleinerziehenden Eltern gefördert werden könnten.


 

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