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Mecklenburg-Vorpommern

03. Dezember 2016 | 05:38 Uhr

Mehr Asylbewerber in MV : Flüchtlinge willkommen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Land und Kommunen stellen sich auf wachsende Asylbewerberzahlen in Mecklenburg-Vorpommern ein

Die Landesregierung reagiert auf die wachsende Zahl von Flüchtlingen und sichert Kreisen und Kommunen in MV weiterhin die volle Erstattung der Kosten für die Unterbringung zu. „Wir haben die Aufgabe bisher gemeinsam gut erfüllt und stellen uns nun zusammen auch den neuen Herausforderungen“, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) gestern nach einem gut dreistündigen Spitzengespräch von Regierung und Kommunalverbänden in Schwerin.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) geht davon aus, dass statt der bislang prognostizierten 4700 Asylbewerber im Jahresverlauf gut 6000 in den Nordosten kommen werden. 2014 waren es 4400 nach 2300 im Jahr davor.

Mit Hilfe eines Vier-Punkte-Programms wollen sich Land und Kommunen für die kommenden Aufgaben wappnen:  So soll in einer ehemaligen Schweriner Kaserne bis Mai für 450 Menschen eine Außenstelle der Erstaufnahmeeinrichtung in Horst entstehen. Die Vermittlung von Deutschkenntnissen soll intensiviert werden. Flüchtlingen mit Aufenthaltsrecht sollen möglichst rasch neue Unterkünfte angeboten und Beschäftigungen im Land vermittelt werden. Beschleunigen sollen das Integrationslotsen. Ehrenamtliche Helfer, die etwa Flüchtlingsfamilien betreuen oder Deutschunterricht geben, werden voraussichtlich ab Mai von der neuen Bürgerstiftung des Landes unterstützt.

„Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, Menschen, die in ihrer Heimat Verfolgung und Gefahr für Leib und Leben ausgesetzt sind, bei uns aufzunehmen und ihnen Sicherheit zu bieten“, betonte Sellering. Doch gelte es, die Bevölkerung stets umfassend über die Planungen für neue Unterkünfte und die Schritte zur Integration der Asylsuchenden zu informieren. Die Aufnahme dürfe nicht zu „unzumutbaren Nachteilen“ für Nachbarn führen. „Es gibt eine große Bereitschaft in der Bevölkerung, Flüchtlinge bei uns aufzunehmen“, betonte Sellering. „Wir tragen Verantwortung für die Flüchtlinge und für die Menschen vor Ort“, sagte auch Caffier.

Der Landkreistag nahm seine Forderung nach einer vollständigen Weitergabe der vom Bund bereitgestellten Zusatzmittel zurück. Die Mecklenburg-Vorpommern für 2015 zugewiesenen 9,6 Millionen Euro gehen je zur Hälfte an Land und Kommunen.

Der Vorsitzende des Städte- und Gemeindetags, Teterows Bürgermeister Reinhard Dettmann (parteilos), verwies auf Orte im Land wie Sanitz, Friedland oder Torgelow. Dort werde gezeigt, dass für Fremdenfeindlichkeit in Mecklenburg-Vorpommern kein Platz sei.  

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