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Mecklenburg-Vorpommern

30. September 2016 | 00:06 Uhr

Tanz-Theater-Show in Barth : Fliegen mit den Beinen

vom
Aus der Onlineredaktion

Die Stadt Barth plant eine Show unter dem Titel „Wellentänzer“. Intendant castet Künstler aus der ganzen Welt in Rostock

Kim Tassia Kreipe schließt die Augen, holt tief Luft. Die klassische Musik im Hintergrund durchdringt ihre Ohren. Sie beginnt zu tanzen. Immer und immer wieder wiederholt sie die Schrittfolge. Die Anweisungen des britischen Spitzenchoreografen Philip Taylor hat sie verinnerlicht. Doch sie tanzt nicht einfach nur nach. „Für mich ist Tanzen die natürlichste Form des Ausdrucks. Was ich denke, was ich fühle, versuche ich auf meine Bewegungen zu übertragen. Der Zuschauer soll verstehen, was da gerade mit mir passiert“, erklärt die 26-Jährige.

Seit 21 Jahren steht sie auf der Bühne, sie war Ballerina am Theater und reist nun als freie Tänzerin um die Welt. „Ich habe die Lebensfreude, die man beim Tanzen verspürt, zu meinem Beruf gemacht.“ Als „Wellentänzerin“ wird Kim Tassia Kreip im nächsten Jahr in in der Stadt Barth zu sehen sein. Vergangene Woche ist sie beim Casting in Rostock für die Produktion ausgesucht worden. Mehr als 20 000 Besucher soll die Tanz-Theater-Show in die Vineta-Stadt locken.

Der Kopf hinter dem Projekt heißt Jörg Darkow. „Die Stadt Barth ist mit der Bitte an mich herangetreten, etwas zu schaffen, das eine breite Zielgruppe anspricht, das nachhaltig ist, und das sich mit der Region in Verbindung bringen lässt“, erzählt er. „Seit 2000 Jahren tanzt die Menschheit, sie tut es 24 Stunden am Tag über den gesamten Globus verteilt, in 300 Variationen, unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion.“ Das Konzept der Show ist zunächst für fünf Jahre ausgelegt und orientiert sich an den vier Elementen, beginnend mit der Erde. „Wir fügen als fünftes Element Äther hinzu. Dieses wurde im Weltbild des Aristoteles als masselose, unveränderliche, ewige Substanz dargestellt“, erklärt Darkow. Für die Musik konnte er Frank Nimsgern gewinnen, der unter anderem für zahlreiche „Tatort“-Folgen und für die Shows im Berliner Friedrichstadtpalast komponierte. Die Premiere von „Erde“ ist für den 21. Juli 2017 geplant.

Zur Unterstützung des Tanzensembles sollen zwei Schauspieler eingesetzt werden. An der Story arbeitet der Produzent noch. „Alles beginnt mit dem Urknall. Die Erde entsteht, Adam und Eva erwachen“, verrät er vorab. Zehn Vorstellungen soll es von der Show geben. Zu Ankündigungen werden im gesamten Stadtgebiet großflächige Fotografien von Tänzern ausgestellt. Das gesamte Projekt wird privat finanziert. Anders als das Casting der Tänzer sollen die Proben in Barth stattfinden. „Wir haben ausgezeichnete Tänzer gefunden. Wir haben nur die Qualität gesucht“, freut sich Darkow. In seinen Augen gäbe es drei Arten von Tänzern: „Die Ballettsportler, die fünf Meter im Spagat springen können, die Nachtänzer und all diejenigen, die das, was man ihnen sagt, in ihren Charakter aufnehmen und in ihrer Sprache wiedergeben. Alle sind super, aber die letzten sind die besten.“

Kim Tassia Kreipe freut sich vor allem auf die Zusammenarbeit mit den anderen Tänzern. Mehr als 50 Kollegen aus der ganzen Welt hatten sich beworben, 18 wurden am Ende ausgewählt. „Für mich ist das eine komplett neue Truppe, aber gerade das macht das Projekt so interessant und spannend.“

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erstellt am 20.Sep.2016 | 11:45 Uhr

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