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Mecklenburg-Vorpommern

26. September 2016 | 00:32 Uhr

Volker Schlotmann : Ex-Minister förderte Windpark seines neuen Arbeitgebers

vom

Ex-Energieminister Volker Schlotmann hat sich in seiner Amtszeit als  Politiker offenbar massiv für Windkraftpläne seines jetzigen Arbeitgebers, des Reriker Windparkentwicklers Kloss New Energy, eingesetzt. Das behauptet  die Redefiner Bürgermeisterin Roswitha  Böbel.  Schlotmann war tatsächlich als Minister bei der Ausweisung eines  Windeignungsgebietes  in Groß Krams, Redefin und Bresegard  bei Hagenow persönlich stark engagiert. Das bestätigen Recherchen unserer Zeitung. Unmittelbar nach seinem Ausscheiden aus der Politik im März dieses Jahres erhielt der Ex-Minister einen Job als Kommunikationsdirektor bei Kloss New Energie. Das hat morgen ein Nachspiel im Landtag.

Mehrere Male hatte Schlotmann den Türöffner für den Reriker Unternehmer Kai Kloss bei dessen Windparkplänen in Groß Krams gespielt. Schon Anfang letzten Jahrzehnts sprach der damalige SPD-Fraktionschef beim Landesentwicklungsminister Helmut Holter (Linke) vor,  um  die Ausweisung eines Windpark-Gebietes  in der Region zu erreichen. Als später der Regionale Planungsverband das Vorhaben von der Liste der Windeignungsgebiete strich, mischte sich  Schlotmann erneut ein und kritisierte  in einem Schreiben die Entscheidung massiv.  Schlotmanns  Abteilungsleiter für Landesplanung schrieb damals zudem dem Ludwigsluster Landrat Rolf Christiansen einen Brief, in dem das Ministerium  den Beschluss der  Verbandsversammlung als  „nicht nachvollziehbar“ bezeichnete.  Daraufhin nahm die Verbandsversammlung  2011 die Streichung zurück und die Planungen neu auf.

Helmut Holter, heute Chef der Linksfraktion im Landtag, will das Thema nun zum Gegenstand der morgigen Landtagssitzung machen: „Als Fachminister muss man selbstverständlich auch eine unternehmens- und investitionsfreundliche Politik betreiben. Er darf aber niemals den Anschein eines Lobbyisten erwecken und ein einzelnes Unternehmen   bevorzugen und  womöglich daraus Vorteile für sich ziehen“, sagte er unserer Zeitung. Schlotmann wehrt sich: „Eine gezielte Unterstützung eines bestimmten Projektes alleine hat es nicht gegeben.“

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erstellt am 16.Sep.2014 | 07:45 Uhr

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