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Mecklenburg-Vorpommern

09. Dezember 2016 | 12:42 Uhr

Rinderzüchter in MV : Es geht ums pure Überleben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die Lage der Milchbauern wird immer prekärer – der Rinderzuchtverband bittet nun die Politik um Hilfe

Die Milchbauern kämpfen nach Ansicht des Rinderzuchtverbands Mecklenburg-Vorpommern ums pure Überleben. Die Not sei viel größer als im Milchkrisenjahr 2009, als die Landwirte auf die Straße gingen, sagte der Vorstandsvorsitzende Andreas Schulz gestern auf der Generalversammlung des Verbandes in Güstrow. „Heute vollzieht sich das Sterben auf den Betrieben wesentlich leiser.“ Es sei keine Besserung in Sicht. Schulz appellierte an die Politik, sich ernsthaft mit der Situation der Milchbauern auseinanderzusetzen.

Der Preis für einen Liter Milch ist laut Verband in eineinhalb Jahren von 35 auf 26 Cent gefallen, die Zahl der Milchkühe sei um 5000 gesunken. Es sei zu viel Milch auf dem europäischen Markt. Exportmärkte in Russland und Nordafrika seien durch Kriege und politische Entscheidungen zerstört, sagte Schulz und bat Agrarminister Till Backhaus (SPD), sich beim Bund für Abhilfe einzusetzen.

Der Rinderzuchtverband rechnet 2016 mit einem weiteren Rückgang der Exportzahlen. Er unterstützt seiner Geschäftsführerin Sabine Krüger zufolge den Russlandtag in Mecklenburg-Vorpommern. Der Verband versucht Schulz zufolge, den Landwirten wenigstens ein wenig zu helfen. So gewährt die Rinderallianz als Tochterunternehmen der Rinderzuchtverbände Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt jetzt etwa eine längere Zahlungsfrist bei Besamungen und plant weitere Hilfen. Aus dem Ergebnis des Vorjahres würden den Landwirten 1,2 Millionen Euro zurückgezahlt.

Das vergangene Jahr sei bis August noch gut gelaufen, sagte Krüger. Der Rinderzuchtverband habe im Geschäftsjahr 2014/2015 einen Jahresüberschuss von 257 000 Euro erzielt. Der Umsatz stieg von 71,9 im Jahr 2014 auf 77,8 Millionen Euro im vorigen Jahr. Geschäftsgebiete der Rinderallianz als Tochter der Rinderzuchtverbände Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sind die Produktion und der Verkauf von Bullensperma, der Besamungsservice und die Vermarktung von Zucht-, Nutz- und Schlachtvieh. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Woldegk (Mecklenburgische Seenplatte) und unterhält mehrere Geschäftsstellen, darunter in Stendal (Sachsen-Anhalt). Die Rinderallianz vertritt rund 800 Milchviehbetriebe in beiden Bundesländern und etwa 520 Zuchtbetriebe von Fleischrindern. 

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erstellt am 11.Feb.2016 | 06:30 Uhr

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