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Mecklenburg-Vorpommern

08. Dezember 2016 | 01:14 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern : Erster Kreis beantragt alte KfZ-Kennzeichen

vom

In MV könnte es bald mehr als 50 Kfz-Kennzeichen geben. Als erster hat jetzt der Landkreis Vorpommern-Greifswald die Wiederbelebung alter Auto-Kürzel beantragt. Doch die Polizei warnt vor Wirrwarr.

Schwerin | In Mecklenburg-Vorpommern könnte es bald mehr als 50 Kfz-Kennzeichen geben. Als erster hat jetzt der Landkreis Vorpommern-Greifswald die Wiederbelebung alter Auto-Kürzel beantragt. Wie das Infrastrukturministerium in Schwerin mitteilte, ging der Antrag Anfang des Monats ein, gleichzeitig mit dem Inkrafttreten einer bundesweiten Verordnung. Alle vorhergehenden Schreiben von Landkreisen könnten nur als Interessenbekundungen gewertet werden, sagte ein Ministeriumssprecher.

Nach dem Kreistagsbeschluss in Vorpommern-Greifswald sollen demnächst wieder Autos mit den Kennzeichen UEM (Ueckermünde), WLG (Wolgast), ANK (Anklam), PW (Pasewalk), SBG (Strasburg) und GW für Greifswald fahren dürfen. Der Landkreis Ludwigslust-Parchim hat indes noch gar keine Liste an das Infrastrukturministerium geschickt, wie ein Kreissprecher bestätigte.

Landrat Rolf Christiansen (SPD), der auch Vorsitzender des Landkreistages in Mecklenburg-Vorpommern ist, hatte sich aber schon im Frühjahr für die Rückkehr zu den Alt-Kennzeichen ausgesprochen. Viele Menschen würden ihre regionale Identität weniger an Landkreisgrenzen oder am Namen eines Landkreises, als vielmehr an der nächstgelegenen Stadt festmachen, sagte er. Dies würde für den Landkreis Ludwigslust-Parchim bedeuten, dass neben den beiden Kennzeichen LWL und PCH auch die früheren Kennzeichen HGN für Hagenow, LBZ für Lübz und STB für Sternberg neu vergeben werden könnten. Hinzukommen könnte auch noch ein neues Kennzeichen für den Großkreis. Bis die alten Kennzeichen wieder häufiger im Straßenbild auftauchen, wird es aber nach Ansicht der Landkreise noch eine Weile dauern. Im Landkreis Rostock rechnet man nicht vor dem Frühjahr mit der Freigabe von vier beantragten Alt-Kürzeln.

Der Wert der früheren Kennzeichen ist allerdings äußerst umstritten: So sei der Arbeitsaufwand in den Zulassungsstellen sehr hoch. Und nicht nur im Kreis Vorpommern-Greifswald hieß es, die vielen Kürzel würden der Polizei die Arbeit erschweren. Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, sprach gar von "Klamauk-Politik": "Wer Lokalpatriotismus zu seinem Kuhdorf zeigen will, soll das über einen Aufkleber am Kofferraum tun - aber bitte nicht über das amtliche Kfz- Kennzeichen", sagte er. "Die Kollegen werden die kryptischen Buchstabenkombinationen kleiner Ort schwerer entziffern können. In der Folge wird es schwerer werden, die Täter bei Ordnungswidrigkeiten und Straftaten zu ermitteln", mahnte der GdP-Chef.

Für Autofahrer sollen die Alt-Kennzeichen freiwillig sein. Wer sein Nummernschild auswechseln will, muss in der Zulassungsstelle die üblichen Gebühren zahlen: Im Schnitt zweimal 10 Euro für die Bleche vorn und hinten sowie für den Antrag in der Regel etwa 26 Euro Gebühren, wie die Bundesregierung erwartet. Geschätzt wird, dass bundesweit etwa 515 000 Fahrzeughalter bei zugelassenen Autos das Kennzeichen wegen reaktivierter Alt-Kürzel wechseln werden.

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erstellt am 05.Nov.2012 | 09:39 Uhr

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