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Mecklenburg-Vorpommern

08. Dezember 2016 | 10:50 Uhr

Drohender Wasserdurchbruch : Erste Deichschäden durch Sturmflut

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gemeinden beginnen mit Schadensaufnahme. Der Wind drückt weiter

Mit dem anhaltenden starken Nord-Ost-Wind hat die Ostsee auch gestern weiter auf die Ostküsten von Mecklenburg-Vorpommern gedrückt. In Anklam stiegen die Pegelstände weiter. In Greifswald, auf der Insel Usedom und am Kleinen Haff gingen sie hingegen langsam zurück. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie hob am Vormittag seine Sturmflutwarnung auf.

Im Kreis Vorpommern-Greifswald sind die ersten Schäden aufgelaufen. „Wir haben mehrere Stellen, an denen die Deiche weich werden“, sagte Kreissprecher Achim Froitzheim. In Greifswald-Ladebow musste in der Nacht eine Stelle im unfertigen Deich auf 20 bis 30 Metern mit Sandsäcken abgedichtet werden. Auch in Leopoldshagen und Riether Stiege seien Deiche durchgeweicht. Deichläufer hätten in der Nacht begonnen, die Küstenschutzanlagen zu kontrollieren. Die B110 bei Zecherin musste wegen einer teilweisen Überflutung auf einem kurzen Streckenabschnitt halbseitig gesperrt werden. Die Deiche Leopoldshagen und Riether Stiege stehen in Veranwortung der kommunalen Wasser- und Bodenverbände.

Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern (StALU) registrierte keine nenenswerten Schäden an Deichen und Dünen durch die erste kräftige Herbstbrise dieses Jahres. „Es hat keine Durchbrüche und Beschädigungen an technischen Küstenschutzanlagen des Landes gegeben“, sagte der Amtsleiter Matthias Wolters. Es sei aber zu Strandabspülungen gekommen. Er wies Kritik aus dem Ostseebad Zempin (Insel Usedom) zurück, nicht ausreichend in den Küstenschutz vor dem Seebad investiert zu haben. Für diesen betroffenen Dünenbereich sei das Land nicht zuständig, da es sich nicht um eine zusammenhängend bebaute Ortlage handele.

Dort drohte nach Angaben der Gemeinde ein Wasserdurchbruch durch eine Düne. Dieser habe nur verhindert werden können, indem die Feuerwehr mehrere Ladungen Sand abkippte. Der Bürgermeister des Seebades, Werner Schön, kritisierte im NDR, das Land habe die Gemeinde bei Strandaufspülungen immer wieder vertröstet. Auch in Binz auf Rügen waren Einsatzkräfte in der Nacht im Einsatz. Wegen der nur langsam sinkenden Wasserstände ist der Hochwassermeldedienst weiter im Dauereinsatz, wie StALU-Amtsleiter Wolters sagte. Nach Angaben des Wetterdienstes Meteomedia wird die Wetterlage mit dem Nordost-Wind bis Samstag anhalten, allerdings wird der Wind langsam abflauen.

Martina Rathke

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