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Mecklenburg-Vorpommern

03. Dezember 2016 | 14:42 Uhr

Reformationsempfang : Einstimmung auf Jubiläumsjahr

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Reformationsempfang in Sternberg. Rund 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft

Mit einer Vielzahl von Veranstaltungen haben Christen im In- und Ausland die Feierlichkeiten zum 500. Jahrestag der Reformation im Jahr 2017 eingeläutet. Dazu gehörte auch der traditionelle Reformationsempfang der Sprengel-Bischöfe in Mecklenburg-Vorpommern, zu dem gestern rund 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Kirche nach Sternberg (Kreis Ludwigslust- Parchim) kamen.

Mit dem Reformationstag am 31. Oktober erinnert die evangelische Kirche an den Thesenanschlag Martin Luthers 1517 in Wittenberg, der zur Abspaltung von der katholischen Kirche führte. Mecklenburgs Bischof Andreas von Maltzahn rief bei dem Treffen in Sternberg dazu auf, Veränderung weiter als Chance und Herausforderung zu begreifen und christliche Werte zu leben.

Jeder bekomme die Folgen der Globalisierung zu spüren, positiv wie negativ. Viele Menschen fühlten sich verunsichert und sehnten sich nach früheren Zeiten zurück. „Doch Nostalgie ist kein Weg in die Zukunft“, mahnte von Maltzahn. Auch wenn Populisten, welcher Partei auch immer, diese Sehnsucht bedienten, so werde das Leben doch nicht, wie es früher war. „Es gibt keine einfachen Lösungen“, betonte der Bischof und kritisierte aufs Schärfste die Tendenz zu Aggressivität und kollektivem Hass.

„Die Enthemmung der letzten Monate, wie sie sich in Hassmails gegen Geflüchtete und Muslime, aber auch in Morddrohungen und Brandanschlägen gezeigt hat, muss ein Ende haben“, forderte von Maltzahn. Die Gesellschaft müsse zu einem Umgang des Respekts zurückkehren – gerade gegenüber Andersdenkenden. „Gewalttätigkeit in Worten, Gewalt gegen Häuser ist und bleibt Gewalt, die durch nichts zu rechtfertigen ist! Dem zu widerstehen, ist jede und jeder von uns gefragt“, rief der Bischof zu Zivilcourage und Solidarität auf.

Der Greifswalder Bischof Hans-Jürgen Abromeit hob Luthers Bibelübersetzung und dessen Sprachkraft hervor. „Die Lutherbibel ist nicht irgendeine, sondern eine ganz besonders gut gelungene Übersetzung der Bibel, die deutsche Sprachgeschichte geschrieben hat“, sagte Abromeit, der im Namen der Nordkirche ein Exemplar an Innen-Staatssekretär Thomas Lenz übergab.

Sternberg war von der Nordkirche bewusst für den Empfang gewählt worden. Bei einem außerordentlichen Landtag in der Sternberger Kirche St. Maria und St. Nikolaus war im Jahre 1549 für ganz Mecklenburg die Reformation eingeführt worden. Das war mehr als 30 Jahre nach dem für die Kirchengeschichte folgenreichen Thesenanschlag Luthers in Wittenburg.

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erstellt am 31.Okt.2016 | 20:45 Uhr

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