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Mecklenburg-Vorpommern

28. Juli 2016 | 18:27 Uhr

Kultur : Ein Uecker für unsere Leser

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Erste Verlosung eines Prägedrucks gestern im medienhaus:nord

Die erste Hürde ist geschafft – und plötzlich geht alles ganz schnell. Seit 20 Jahren kämpfen Kulturliebhaber um einen Neubau für das Staatliche Museum Schwerin. Ende September erfolgte der erste Spatenstich für die schlichte Betonkonstruktion. Doch die Ideen gehen bereits weiter. Der Verein „Uecker in Schwerin: Neubau“, mit Kornelia von Berswordt-Wallrabe an der Spitze, will gemeinsam mit unserer Zeitung bei Sponsoren und Unterstützern zwei Millionen Euro einwerben, um das Museum der Moderne über den Anbau hinaus wachsen zu lassen.

„Günther Uecker war der erste Spender“, betonte von Berswordt-Wallrabe gestern bei der Verlosung eines seiner Werke im Verlagshaus unserer Zeitung. Der Mecklenburger Künstler stiftete 100 Exemplare eines limitierten Prägedrucks für den Neubau, die seit Anfang Juni zu kaufen sind. Der Verein „Uecker in Schwerin: Ein Neubau“ verlost zudem gemeinsam mit unserer Zeitung zehn kleinere Werke. Kunstbegeisterte haben die Möglichkeit, eines der Exemplare dieser Sonderedition zu erwerben.

Und gestern war es soweit. Die erste Verlosung fand am Abend im medienhaus:nord statt. Viele Spender waren gekommen. Und im ersten Anlauf gewann die Hamburgerin Petra Lorey den Uecker-Druck. Sie hatte zuvor wie viele andere 100 Euro gespendet und war mit ihrem Namen so in der Lostrommel gelandet. „Wir wollen durch die Verlosung den Bau nachhaltig unterstützen“, sagte Chefredakteur Michael Seidel zur Eröffnung der Veranstaltung. Livia Macknow-Lisboa, Gesellschafterin der Unternehmensgruppe, zu der das medienhaus:nord gehört, unterstützt das Projekt. Bei der gestrigen Verlosung war sie die Glücksfee und extra aus Hamburg angereist, wie auch andere Spender: „Ich finde es sehr erfreulich, dass das Museum mehr Platz bekommt. Für mich ist Kunst eine Sprache. Sie dient als Verständigung zwischen den Menschen.“

Frau Berswordt wies auf die große Chance für Visionäre hin, sich einzubringen. Mehr als 300 000 Euro seien durch die Spendenaktion bereits in den ersten vier Monaten eingenommen worden, freute sie sich. 30 große Uecker-Prägungen für je 10 000 Euro wurden verkauft. Zwar sei das erst der Anfang, doch die Summe sei schon beachtlich und zeige, wie groß das Interesse an der Erweiterung des Schweriner Museums sei: „Wenn es so weitergeht, bin ich zufrieden. Das ist was für Schwerin und fürs Land.“

Insgesamt 800 Quadratmeter Ausstellungsfläche, verteilt über zwei Etagen, sollen in Zukunft Platz für zeitgenössische Kunst bieten. Der Förderverein will zudem durch einen Glasbau den Innenhof des Geländes überdachen.

„Es heißt immer, ein Museum muss so prächtig sein, wie es nur geht. Aber im Schweriner Museum fehlt der Raum für zeitgenössische Kunst“, erklärt Mathias Brodkorb (SPD), Kultusminister, die Beweggründe für das Projekt. „Man braucht für die moderne Kunst einen neutralen Raum.“ Dass aus dem Neubau noch mehr wachsen soll, befürwortet er: „Wir setzten die Wand für den Glasbau und den Rest machen Sie“, richtete er sich an Kornelia von Berswordt.

Noch sind neun weitere Uecker-Prägungen (72 x 50 cm) zu haben. Wer 100 Euro und mehr auf das Spendenkonto zahlt, nimmt an der Verlosung teil. Eine Investition, die sich lohnt, meint Berswordt-Wallrabe: „Die Chance, einen Uecker zu erwerben, möchte ich jedem ans Herz legen.“ Der Mecklenburger ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Künstler. Seine Nagelreliefs sind von Kornfeldern inspiriert.


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erstellt am 29.Okt.2014 | 21:00 Uhr

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