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Mecklenburg-Vorpommern

04. Dezember 2016 | 13:17 Uhr

Sassnitz : Ein Tiger auf Rügen

vom
Aus der Onlineredaktion

Besonderes Flaschenkind wird in einer Tierarztpraxis in Sassnitz aufgepäppelt

Ein Tiger auf Rügen: Raubkatzenbaby Elsa wird derzeit in Sassnitz von den Mitarbeitern einer Tierarztpraxis mit der Flasche aufgezogen. Der kleine Sibirische Tiger war vor sechs Wochen in einem in der Stadt gastierenden Zirkus geboren und von seiner Mutter nicht angenommen worden. Laut einem Bericht der „Ostsee-Zeitung“ geht es der kleinen Tigerdame gut, alle zwei Stunden werde sie mit der Flasche gefüttert. Erstmals ist damit ein Sibirischer Tiger auf Rügen geboren worden.

Die Tiere stehen unter strengem Schutz. Das Veterinäramt des Kreises Vorpommern-Rügen wurde nach eigenen Angaben durch die Tierarztpraxis von der vorübergehenden Ersatzmutterschaft informiert und hatte keine Einwände. „Der Zirkus hat mit der vorübergehenden Abgabe im Sinne des Tiers entschieden und eine gute Lösung gefunden“, sagte die stellvertretende Amtsleiterin Leonore Lange. Tierschutzrechtlich bestehe auch keine Genehmigungspflicht.

Zirkusbetriebe züchten in der Regel keine Tiere. Für sie regeln Leitlinien die Tierhaltung und -nutzung, besonders strenge bei der Geburt von Nachwuchs.

In etwa drei Wochen ist Elsa groß genug, um in eine artgerechte Haltung gegeben zu werden. Als Eigentümer hat der Zirkus das erste Wort. Nach Angaben des Veterinäramtes ergaben Kontrollen des zuständigen Amtstierarztes keine Beanstandungen in dem Zirkusbetrieb.

Derzeit wird die kleine Tigerdame mit spezieller Katzenmilch gefüttert. Zudem bereiten Mitarbeiter der Praxis dem kleinen Tiger Bio-Rindfleisch zu, was das Jungtier aber zunächst verschmähte.

Weltweit leben mehr Sibirische Tiger in Zoos als in der freien Wildbahn. Der Sibirische Tiger – wegen seines Verbreitungsgebietes im Amur-Becken auch Amur-Tiger  genannt –  wird  von der Weltnaturschutzunion IUCN in der Roten Liste der bedrohten Arten als „stark gefährdet“ eingestuft.

Nach Angaben des WWF gibt es rund 530 frei lebende Sibirische Tiger. Sie sind im Fernen Osten Russlands und im angrenzenden Nordosten Chinas beheimatet.

In Zoos leben weltweit mehr als 1000 Tiere, davon 41 in Deutschland, Österreich und der Schweiz, wie es vom Verband der Zoologischen Gärten (VdZ) hieß. Auf Nachwuchs aus Zirkusbetrieben sind die Zoos nicht angewiesen, da die Zucht in den Zoos erfolgreich bewerkstelligt werde, sagte eine Verbandssprecherin.

Offen blieb gestern, ob alle artenschutzrechtlichen Genehmigungen auf dem aktuellen Stand sind. Die Überprüfung des entsprechenden Nachweises zur Haltung des streng geschützten Tieres obliegt dem Landesamt für Umwelt, Natur und Geologie. Ob dieser Nachweis vorliegt, konnte das Amt am Nachmittag nicht mehr mitteilen.

Neben der Aufnahme des Tigers durch den Zirkus kommt auch eine auf Großkatzen spezialisierte Wildtieranlage in Betracht.

 

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