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Mecklenburg-Vorpommern

11. Dezember 2016 | 12:56 Uhr

Kinderstation Wolgast : Ein kleines bisschen Hoffnung im Klinikstreit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ministerpräsident schaltet sich in Debatte um geschlossene Wolgaster Kinderstation mit ein

Im Streit um eine Kinderstation am Krankenhaus Wolgast (Kreis Vorpommern-Greifswald) wird sich Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) bis Anfang Dezember mit den Beteiligten treffen. Das hat Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) am Sonnabend auf dem SPD-Kreisparteitag in Pasewalk angekündigt. Es werde ein Gespräch in Schwerin geben, sagte Dahlemann, warnte aber nochmals vor zu hohen Erwartungen: „Ein einfaches Zurückdrehen ist nicht möglich.“ An der bisherigen Entscheidung seien auch die Uni-Klinik Greifswald und die Ameos-Klinikgruppe Ueckermünde beteiligt gewesen.

Die Kinderstation Wolgast war nach langen Debatten vor einem Jahr geschlossen und nach Anklam verlegt worden. Damit sollten Kinderklinik und Geburtshilfe besser im Kreis verteilt werden, da Anklam auch von Ueckermünde besser erreichbar ist, wo zuvor die Kinderstation geschlossen worden war. Seither gab es immer wieder Proteste in Wolgast, zuletzt mit rund 800 Menschen am Donnerstag.

Die Vize-Bundesvorsitzende der SPD, Manuela Schwesig, erklärte in Pasewalk, es sei gut, dass die Entscheidung noch einmal überprüft werde, es dürfe aber keinen Schnellschuss geben. Schwesig, die auch Sozialministerin in Schwerin war, forderte das Greifswalder Uniklinikum auf, nachzudenken, ob es nicht wieder eine gemeinsame Lösung mit Wolgast geben könnte, wie in der Vergangenheit. „Man muss politische Entscheidungen immer wieder hinterfragen“, sagte Dahlemann. Das sei nicht immer angenehm. Und man könne auch zu dem gleichen Ergebnis kommen. Mehrere Redner betonten aber auch, dass man nicht mehrere Kliniken im Kreis gegeneinander ausspielen dürfe.

Beide SPD-Politiker forderten die Bürgerinitiative aus Wolgast dringend auf, sich eindeutig von der sogenannten Bürgerbewegung Frieden, Freiheit, Demokratie, Gerechtigkeit zu distanzieren, die dem rechten Spektrum zugerechnet wird. Ohne eine Abgrenzung erteile man diesen Kräften „eine Legitimation, die für Vorpommern tödlich ist“, betonte Dahlemann. Diese Leute nähmen die Ängste der Menschen nicht ernst, sondern schürten sie nur, um sie zu nutzen, erklärte Schwesig: „Das kennen wir schon von NPD und Co.“

Der Kreisparteitag bestätigte den bisherigen Vorsitzenden Bernd Naber aus Kölpinsee von der Insel Usedom mit rund 80 Prozent der Stimmen im Amt. Vorpommern-Staatssekretär Dahlemann wurde zu einem der Stellvertreter gewählt. Unter dem Motto „Wir in Vorpommern, wir für Vorpommern“, starteten Dahlemann und Landesverkehrsminister Christian Pegel, der in Greifswald ein Direktmandat der SPD gewann, den Bundestagswahlkampf für die Region.

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erstellt am 07.Nov.2016 | 08:00 Uhr

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