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Mecklenburg-Vorpommern

29. Juli 2016 | 23:43 Uhr

Bürgerbeauftragter Crone : Ehrenamtskarte überfällig

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bonuskarte bereits in 12 Bundesländern – nur die Kreise in MV drücken sich noch

Der Wunsch von Hilfsvereinen und freiwilligen Notfallrettern nach einer landesweit anerkannten Ehrenamtskarte bleibt in Mecklenburg-Vorpommern auch 2014 unerfüllt. Der Bedarf sei da, die generelle Bereitschaft der Kreise und Städte auch. „Doch es fehlt der letzte Schritt“, bedauerte der Bürgerbeauftragte des Landes, Matthias Crone.

Im Alltag werde immer deutlicher, wie stark die Gesellschaft auf ehrenamtlich tätige Menschen angewiesen sei, ob bei der Feuerwehr, in Sportvereinen oder in der Nachbarschaftshilfe auf dem Lande. „Da wäre die Ehrenamtskarte eine kleine, aber greifbare materielle Anerkennung“, sagte Crone.

Nach seinen Angaben haben inzwischen 12 der 16 Bundesländer solche Bonuskarten eingeführt. Sie ermöglichen den Inhabern, öffentliche Einrichtungen wie Schwimmhallen, Zoos oder Museen verbilligt zu nutzen. Teilweise würden nach örtlichen Vereinbarungen auch Rabatte im Handel oder für Dienstleistungen gewährt. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es eine solche Ehrenamtskarte bislang nur in Rostock. „Aus schriftlichen Eingaben und Gesprächen weiß ich aber, dass man sich das auch in anderen Orten wünscht. Und trotz des auf vielen Städten und Kreisen lastenden Spardrucks spricht nichts gegen die Einführung solcher Karten, auch nicht die Kommunalaufsicht“, sagte Crone, der Anfang 2014 einen Schub für das Ehrenamt und die landesweite Einführung von Ehrenamtskarten gefordert hatte. Der Bürgerbeauftragte kündigte an, im neuen Jahr die Gespräche mit Landräten und Oberbürgermeistern fortzusetzen. „Was zwölf Länder gut finden, kann so falsch nicht sein. Um aber auch in Mecklenburg-Vorpommern eine solche landesweit wirksame Ehrenamtskarte hinzubekommen, brauchen wir den festen Willen aller“, sagte Crone. Eine finanzielle Starthilfe des Landes könne hilfreich sein.

In MV ist laut Crone knapp ein Drittel der Bevölkerung ehrenamtlich tätig. In den westlichen Bundesländern liege der Anteil höher, die Strukturen seien aber auch über viele Jahrzehnte gewachsen. Es sei daher wichtig, die schon Aktiven bei der Stange zu halten und junge Leute für das Ehrenamt zu gewinnen.  

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