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Mecklenburg-Vorpommern

02. Dezember 2016 | 19:10 Uhr

Zusatzkosten fürs Fernsehvergnügen : Digitales Antennen-TV wird teuer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ende März 2017 stellen Sender auf DVB T2-HD um. Erstmals auch Private in MV dabei

Zusatzkosten vor dem Fernsehvergnügen: Zehntausende Fernsehzuschauern in MV müssen für den in wenigen Monaten bevorstehenden Umstieg des erst 2005 eingeführten digitalen Antennenfernsehens DVB-T auf das neue Antennenfernsehen DVB-T2 HD tief in die Tasche greifen. In der Nacht vom 28. auf den 29. März 2017 solle der Technikwechsel erfolgen. Darauf verwies der Norddeutsche Rundfunk (NDR) jetzt. Von da an ist dann in den Regionen Schwerin, Wismar, Neubukow, Sternberg, Goldberg, Parchim, Ludwigslust, Hagenow, Gadebusch und Grevesmühlen sowie in den Regionen Rostock, Güstrow, Ribnitz-Damgarten und Tessin ausschließlich DVB-T2 HD zu empfangen. Früheren Angaben zufolge müssen sich in MV schätzungsweise 30 000 Zuschauer, die ihre Fernsehprogramme nicht über Satellit, Kabel oder Internet empfangen, dafür zunächst neue Technik kaufen und installieren. Ohne Umrüstung gucken sie in die Röhre.

Das wird teuer: Schätzungsweise mindestens 1,4 Millionen Euro müssen die 30 000 DVB-T-Gucker in MV für die neue Technik bezahlen. Solide Empfangsgeräte für DVB-T2 HD seien ab 70 Euro aufwärts zu haben, heißt es im Handel. Wer sich ohnehin vor Weihnachten ein neues Fernsehgerät kaufen will, sollte darauf achten, dass dieses mit einem integrierten DVB-T2 HD-Receiver ausgestattet ist (gekennzeichnet mit dem grünen DVB-T2 HD-Logo).

Mit dem Technikwechsel wird den Zuschauern ein neues Fernsehvergnügen versprochen. Bessere Qualität, mehr Vielfalt, mehr Programme: DVB-T2 HD biete die Fernsehsignale in Full HD an, und dies über eine einfache Stabantenne. Die Signale können in den entsprechenden Regionen auch portabel und mobil empfangen werden. Künftig würden neben mehr Programmen der öffentlich-rechtlichen Sender vor allem Privatsender auch in MV über DVB-T2 HD auf Sendung gehen, kündigte Reinhard Schwedt, Technik-Experte der Landesmedienanstalt MV, in Schwerin an. Bislang konnten über das digitale Antennenfernsehen in MV nur die öffentlich-rechtlichen Sender empfangen werden. Private hatten die hohen Übertragungskosten gescheut.

Ab 29. März 2017 seien die Programme Das Erste, NDR Fernsehen, arte, phoenix, BR Fernsehen, tagesschau 24, ONE, mdr Fernsehen, WDR Fernsehen, ZDF, ZDFneo, ZDFinfo, 3sat und Kika zu sehen, teilte der NDR mit. Die öffentlich-rechtlichen Programme würden auch mit dem neuen Standard unverschlüsselt und ohne Zusatzkosten ausgestrahlt, heißt es. Das Fernsehvergnügen in bester Bildqualität lassen sich die Privatsender hingegen künftig extra bezahlen: Der Empfang von Privatfernsehen in HD-Qualität über DVB-T2 solle ab 1. Juli kommenden Jahres 69 Euro pro Jahr kosten, gab der Betreiber Media Broadcast bekannt. Dazu müssen Nutzer zunächst in weitere Technik investieren. Für den Empfang des „Freenet TV“ getauften Privatsenderpakets benötigen Nutzer dann ein so genanntes Common Access Module nach CI+-Standard samt Smartcard, so Media Broadcast. Kosten: etwa 80 Euro für Entschlüsselungsmodule zum Einstecken in geeignete TV-Geräte und Receiver.

Allerdings: Nach der Umstellung in West- und Mecklenburg müssen andere Zuschauer vor allem in Vorpommern auf den digitalen DVB-T2 HD-Empfang noch warten. Dort solle laut Landesmedienanstalt voraussichtlich erst bis Ende 2017 der Umstieg erfolgen.

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