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Mecklenburg-Vorpommern

02. Dezember 2016 | 23:13 Uhr

Gewässerentwicklungskonzept : Die Schaale braucht mehr Wasser

vom
Aus der Redaktion des Hagenower Kreisblatt

Das Gewässerentwicklungskonzept soll Möglichkeiten aufzeigen, wie Nebenfluss der Sude nicht nur ökologisch aufgewertet werden kann

Die Schaale ist ein rund 40 Kilometer langer Nebenfluss der Sude im Westen unseres Landes und der natürliche Abfluss für den Schaalsee.

„Wir haben seit vielen Jahren viel zu wenig Wasser in der Schaale“, sagt Bettina Gebhard, Dezernentin für Naturschutz im Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe, jüngst im SVZ-Gespräch. Sie arbeite deshalb an einem Gewässerentwicklungskonzept für die Schaale zwischen dem Schaalsee und der A24 mit, dessen Projektträger der Wasser- und Bodenverband Boize-Sude-Schaale als Fördermittelempfänger sei.

Ziel der Vermessungen, Kartierungen und Untersuchungen, die derzeit auf Hochtouren liefen, sei es, Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen und hydrologischen Zustandes der Schaale zu erkennen und zu benennen. „Auch sollen Möglichkeiten zur Optimierung der Fischtreppe bei Schaalmühle gefunden werden“, sagt die Fachfrau. Im letzten Jahr sei diese ja bekanntermaßen trocken gelaufen (SVZ berichtete).

Man habe in diesem Jahr während der Zeit der Fischwanderungen, vom Winter 2015 bis Frühjahr 2016, deshalb gegengesteuert. „Wir haben dafür in diesem Jahr probeweise kein Wasser aus dem Schaalsee abgelassen. Kontrollen an der Aufstiegshilfe haben ergeben, dass sie inklusive Kleinlebenwesen unter anderem von Bachforellen, Plötzen, Schleien, Barschen und Hechten angenommen wird. Eine genauere Auswertung soll Ende des Jahres erfolgen“, berichtet die Dezernentin. Und scheint sichtlich erleichtert, da damals ja der Vorwurf der Steuergeldverschwendung habe im Raum gestanden. Nun solle herausgefunden werden, wie viel Wasser die Schaale tatsächlich brauche, um ökologisch aufgewertet werden zu können. „Was kann das Gewässerbett an Wasser verkraften? Wie bekommen wir mehr Wasser als jetzt in die Schaale? Alles Fragen, die wir klären wollen. Denn vor der Fischtreppe wird aus der Schaale zur Beregnung landwirtschaftlicher Flächen Wasser entnommen. Jetzt soll geprüft werden, ob eine unterirdische Wasserentnahme durch Brunnen realisiert werden kann.“ Das Ergebnis kenne man leider noch nicht, aber es müsse dafür eben genug Grundwasser da sein.

„Wir haben deshalb eine Arbeitsgruppe gegründet in der die Wasserwirtschaft, der Naturschutz, Landwirte sowie der Wasser- und Bodenverband integriert sind, um alle Belange zu berücksichtigen.“ Bis 31. Dezember 2017 solle die Machbarkeitsstudie, die vom Land Mecklenburg-Vorpommern und der EU gefördert werde, fertig sein. Bettina Gebhard: „Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat die Verpflichtung, Gewässer wieder fischdurchlässig zu machen.“


Vorgegebenen Weg überdenken


Ursprünglich habe der Schaalsee sich über Schaale und Elbe in die Nordsee entwässert, betont die Expertin. „Seit das Kraftwerk in Farchau bei Ratzeburg in den 1920er Jahren gebaut wurde, entwässert der Schaalsee über den Schaalseekanal, der einen Höhenunterschied von 30 Metern abbaut. Von dort aus geht es weiter zum Ratzeburger See und der Wakenitz in die Ostsee. Das ist ein von Menschen vorgegebener Weg, der überdacht werden muss.“

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erstellt am 29.Sep.2016 | 12:00 Uhr

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