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Mecklenburg-Vorpommern

05. Dezember 2016 | 13:33 Uhr

Beratung : Der Weg aus der rechten Szene

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Mecklenburg-Vorpommern hilft das Beratungsnetzwerk Demokratie und Toleranz Aussteigern.

„Die Ursachen für einen Einstieg in die rechtsextreme Gedankenwelt wie auch das Ausleben dieses Weltbildes sind unterschiedlich und vielseitig“, erklärt Ute Schmidt, Leiterin der Landeskoordinierungsstelle Demokratie und Toleranz. Umso wichtiger sei es, die Aussteigerprogramme individuell und fallbezogen anzupassen. Ausstiege seien zudem langwierige Prozesse, bei denen oft Unterstützung von vielen Seiten benötigt werde. In Mecklenburg-Vorpommern hat sich dafür ein Beratungsnetzwerk in Zusammenarbeit mit Landeskriminalamt, Verfassungsschutz, Landesrat zur Kriminalitätsvorbeugung, Justizministerium und Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales organisiert. Grundlage dafür war das 2006 vom Landtag verabschiedete Programm „Demokratie und Toleranz gemeinsam stärken“.

jump! Das Ausstiegsprojekt Jump! des CJD Waren (Müritz) bietet seit dem Frühjahr 2010 Unterstützung für junge Menschen aus der rechtsextremen Szene an. Das Projekt unterstützt bei der äußerlichen Distanzierung, wie durch die Abgabe szenetypischer Kleidung und rechtsextremer Musik, fördert aber auch soziale Kompetenzen. Das Projekt richtet sich zudem an Fachkräfte und Engagierte, die mit rechtsextrem orientierten Menschen beruflich oder privat konfrontiert sind.

arug Ein anderes Angebot in Kooperation mit der Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt (Arug) richtet sich seit 2014 an Aktivisten, Mitglieder und Funktionäre rechtsextremer Organisationen und Institutionen, die die Bereitschaft haben, sich aus diesem Spektrum zu lösen und eine neue Lebensperspektive zu entwickeln.

Auf dem Weg des Ausstiegs helfen mobile Beratungsteams unterschiedlicher Professionen kostenlos bei der Existenzsicherung, Umgang mit Behörden, der Suche nach neuen sozialen Kontakte, eine Gefährdungseinschätzung bis hin zu einem beruflichen Neuanfang.

Die Arug ist als zivilgesellschaftlicher Träger bundesweit vernetzt, so dass auch länderübergreifende Angebote entwickelt werden können.

RAA & AWO Eltern und Angehörige mit Kindern und Jugendlichen in der rechtsextremen Szene können sich in dem Ludwigsluster Regionalzentrum für demokratische Kultur in MV beraten lassen. Dies ist auch im Familien-, Freizeit- und Lernberatungszentrum der Arbeiterwohlfahrt in Güstrow möglich. Die Elternberater haben sich in einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen und beraten dort strategische Vorhaben sowie das Vorgehen in Einzelfällen.

In diesem Jahr plant das Beratungsnetzwerk weitere Kooperationspartner zu finden. „Wir werden unsere Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und Schulen, sowie der Polizei und Justiz ausbauen“, so Ute Schmidt.

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erstellt am 04.Jun.2015 | 12:00 Uhr

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