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Mecklenburg-Vorpommern

05. Dezember 2016 | 15:33 Uhr

Vogelgrippe in MVs Nachbarländern : Der Virus vor der Haustür

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In Nachbarländern Polen und Schleswig-Holstein ist die Vogelgrippe ausgebrochen

Östlich und westlich von Mecklenburg-Vorpommern ist die Vogelgrippe ausgebrochen. Sowohl an der deutsch-polnischen Grenze in der Nähe von Stettin (Szczecin) als auch in der Nähe des Plöner Sees in Schleswig-Holstein sind tote Vögel gefunden worden. Es sei nicht auszuschließen, dass das Virus auch Mecklenburg-Vorpommern erreicht hat oder noch erreichen wird, sagte Agrarminister Till Backhaus (SPD) gestern in Schwerin.

In Polen sei bei fünf Enten und einer Möwe der Erreger des Subtyps H5N8 nachgewiesen worden, teilte das Veterinär-Inspektorat in Polen
mit. Demnach waren vergangene Woche in der Ortschaft Lubczyna am Dammscher See (Jezioro Dabie) etwa 70 tote Wildvögel aufgefunden worden. Das Virus ist vor allem für Wasservögel gefährlich, wie es hieß.

Nach Angaben des nächstgelegene deutschen Landkreises Vorpommern- Greifswald hat der Erreger des Typs H5N8 vor zwei Jahren zu zwei Krankheitsausbrüchen im Kreis geführt. Dabei musste ein großer Putenbestand getötet werden. In Rostock und Anklam waren auch Zoo-Vögel erkrankt.

Das polnische Veterinäramt schloss einen Zusammenhang zu den jüngst entdeckten Vogelgrippe-Fällen in Deutschland nicht aus. Die Ausbreitung des Virus sei durch die Wanderung der Zugvögel nicht zu kontrollieren. Seit dem Wochenende waren am Plöner See an die 150 verendete Wasservögel – vor allem Reiherenten – gefunden worden. Auch bei ihnen wurde dem Umweltministerium zufolge der Subtyp H5N8 entdeckt.

In Mecklenburg-Vorpommern gab es dem Agrarministerium zufolge bislang noch keinen Hinweis auf das Vorkommen eines hochpathogenen Vogelgrippevirus. In diesem Jahr seien bisher 151 Proben von Wildvögeln untersucht worden.

Der polnische Ausbruchsort ist nur 20 Kilometer Luftlinie vom Landkreis Vorpommern-Greifswald entfernt. Minister Backhaus rief die für Umwelt, Naturschutz und Jagd zuständigen Behörden in den Kreisen, aber auch die Bevölkerung auf, die Wildvögel an der Küste und anderen Gewässern aufmerksam zu beobachten. Totfunde seien unverzüglich zu melden.

Die Geflügelhalter wurden zur strikten Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen aufgerufen. Dazu gehöre, die Tiere dem Veterinäramt des Kreises zu melden und ein Bestandsregister zu führen, teilte der Landkreis mit. Geflügel, das im Freien gehalten werde, dürfe kein Oberflächenwasser erhalten und müsse an Stellen gefüttert werden, die für Wildvögel unzugänglich sind. Bei größeren Verlusten - das sind schon drei tote Tieren in Ställen mit bis zu 100 Vögeln - müsse ein Tierarzt informiert werden.

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erstellt am 08.Nov.2016 | 21:00 Uhr

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