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Mecklenburg-Vorpommern

03. Dezember 2016 | 12:36 Uhr

Ferienanlage “Weiße Wieck“ : Der geheimnisvolle Betongold-Deal

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das Geschäft mit dem größten Ferienresort an der Ostsee blieb bis zum Schluss diskret. Selbst der Bürgermeister ahnte nichts

Der Megadeal wurde am Mittwoch auf der Immobilienmesse Expo Real in München unterzeichnet. Einen Tag später sorgt das Betongold-Geschäft im 800 Kilometer entfernten Boltenhagen für großes Staunen. „Das hat mich völlig überrascht“, sagt Bürgermeister Christian Schmiedeberg über den Coup in seinem Ostseebad. Aus den Medien hat er am Vormittag erfahren, dass das größte Ferienressort an der deutschen Ostseeküste den Besitzer gewechselt hat. Die Ferienanlage „Weiße Wiek“, bestehend aus zwei Hotels mit 1000 Betten und einem Yachthafen im Ostseebad Boltenhagen, gehört nun den Immobilienentwicklern von 12.18. Invest ment Management in Düsseldorf. Sie haben die Anlage einer familieneigenen Gesellschaft aus Hamburg abgekauft.

Über den Kaufpreis haben die Vertragspartner Stillschweigen vereinbart. „Das Objekt wurde uns über ein renommiertes Immobilienunternehmen angeboten“, soviel verrät 12.18.-Sprecherin Maria Franken immerhin. Man habe nicht lange zögern müssen. „Das ist eine tolle Anlage. Die Küstenregion ist bei Urlaubern enorm gefragt“, sagt Franken weiter.

Mit der „Weißen Wiek“ an der Küste hat die Firma aus Düsseldorf ihr viertes Großprojekt in Mecklenburg-Vorpommern an Land gezogen, das gemeinsam mit dem Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin realisiert wird. Die anderen Anlagen sind das Hotel und Sportresort Fleesensee, die Residenz Flesensee und das Luxushafenprojekt „Maremüritz“in Waren. Alleine in das Projekt an der Müritz mit 184 Ferienwohnungen sollen 40 Millionen Euro investiert werden.

Das Ferienresort in Boltenhagen ist nach Einschätzung des Bürgermeisters eine „Top-Anlage mit gut laufendem Betrieb“. Das einst karge Stück Land auf der Halbinsel Tarnewitz war nach der Wende von einem Investor gekauft worden. Innerhalb von 20 Monaten entstand bis 2008 auf der ehemals militärisch genutzten Halbinsel für rund 100 Millionen Euro das größte Tourismusobjekt an der deutschen Ostsee mit 191 Zimmern im Luxus-Iberotel und ebenso vielen Appartements in einem zweiten Hotel für Familien. Alle Zimmer und Appartements verfügen über Balkon und Meerblick.

Und wenn es nach 12.18. geht, könnten auf einer 60 000 Quadratmeter großen Freifläche noch weitere Ferienwohnungen gebaut werden. Doch so einfach wird das nicht. „Derzeit gibt es kein Baurecht auf dem Gelände“, sagt der Bürgermeister. Die Anlage liege außerdem an einem Naturschutzgebiet. Er würde ohnehin dort lieber Läden und Gastronomie sehen. „Es fehlt an Infrastruktur“, sagt Schmiedebach. Zunächst möchte er aber die neuen Eigentümer kennenlernen. „Ich bin gespannt wie ein Flitzbogen, was die sich so vorstellen.“ Bislang gab es zwischen dem Bürgermeister und den Unternehmern aus Düsseldorf nämlich noch keine Gespräche. „Das hätte ich mir im Vorfeld eigentlich gewünscht bei so einem großen Projekt“, sagt Schmiedebach. „Wir werden garantiert den Kontakt suchen“, versichert Maria Franken. Ein freundschaftliches Miteinander sei dem Unternehmen sehr wichtig.

Weiße Wiek

Das 2008 eröffnete Ferienensemble in Boltenhagen  liegt auf einem zehn Hektar großen Traumgrundstück in bester Südlage direkt am Meer.  Die Anlage ist  Anziehungspunkt für Wassersportler, Wellness-Urlauber und Familien gleichermaßen. Betrieben wird die „Weiße Wiek“ von TUI, dem  größtes Touristikunternehmen Europas. Zu dem Ferienresort gehört auch  ein großzügiger Yachthafen mit 350 Bootsliegeplätzen. Er zählt zu den wenigen zertifizierten 5-Sterne-Marinas an der Ostseeküste. Neben eigener Hafenmeisterei und Slipanlage stehen zudem zwei beheizte Bootshallen zur Überwinterung zur Verfügung.

Über weitere  Bauvorhaben auf dem Areal gibt er derzeit noch keine konkreten Pläne. Gemeinsam mit dem   Bauamt und der Gemeinde Boltenhagen soll zunächst  der bestehende Bebauungsplan für eine  60 000 Quadratmeter große  Freifläche analysiert und optimiert werden, heißt es von den neuen Eigentümern. Es könnten weitere Ferienappartements entstehen.

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erstellt am 06.Okt.2016 | 20:55 Uhr

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