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Mecklenburg-Vorpommern

11. Dezember 2016 | 14:49 Uhr

Kreiskrankenhaus Wolgast : „Das hat mir schon zu denken gegeben“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

„Konstruktives Gespräch“ zwischen Ministerin und Wolgaster Initiative im Konflikt um Geburtsstation

Im Konflikt um die geschlossenen Kinder- und Frauenstation im Kreiskrankenhaus Wolgast hat sich Sozialministerin Birgit Hesse (SPD) gestern mit Vertretern der Bürgerinitiative getroffen. Hesse sprach nach dem Treffen von einem „konstruktiven Gespräch“. Die Ministerin stellte alternative Varianten wie die Einrichtung eines medizinischen Versorgungszentrums oder die Einrichtung einer kinderärztlichen Notfallsprechstunde auf der Insel Usedom vor. Wichtig sei, dass man wieder ins Gespräch gekommen sei, weil es offensichtlich eine große Unzufriedenheit mit der Entscheidung gegeben habe, sagte Hesse. „Die Proteste haben nicht aufgehört. Das hat mir schon zu denken gegeben.“

Die Bürgerinitiative will dennoch weiter für den Erhalt einer kinderstationären Behandlung am Wolgaster Krankenhaus kämpfen und stellte dazu ein Modell vor. „Bevor wir über die Vorschläge des Ministeriums reden, wollen wir zuerst über dieses Modell reden. Es ist sinnvoll“, sagte die Sprecherin der Bürgerinitiative, Anke Kieser. So könne die Pädiatrie in Wolgast mit einer Reduzierung auf zwölf Betten mit fachlicher Anbindung an die Universitätsmedizin Greifswald weitergeführt werden. Die Gynäkologie könnte fachübergreifend auf die chirurgische Abteilung integriert werden.

Die Bürgerinitiative hatte nach der Schließung der Stationen knapp 20 000 Unterschriften für eine Volksinitiative gesammelt, war aber im Landtag an der SPD/CDU-Mehrheit gescheitert. Es sei bedauerlich, dass erst nach dem Wahlerfolg der AfD die Regierungsparteien auf den Protest reagiert hätten. „Es ist falsch, das Wahldebakel in Wolgast auf die Flüchtlinge zu schieben“, sagte Kieser. Die Initiative fordert weiter ein Gespräch mit Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Die Fraktionen der AfD, Linken und CDU hätten Gesprächen bereits zugesagt. In der Region Wolgast/Usedom hatte der AfD-Kandidat Ralph Weber bei der Landtagswahl das Direktmandat gewonnen. Die AfD wurde mit deutlichem Abstand stärkste Partei.

 

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