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Mecklenburg-Vorpommern

08. Dezember 2016 | 17:04 Uhr

Die einzige Frau der AfD : Das Dumme sind die Doofen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Die konstituierende Sitzung des Landtages wird am Dienstag von AfD-Frau Christel Weißig eröffnet

Sie wetterte gegen „Wir schaffen das“ und schaffte es – Christel Weißig zog als einzige Frau der AfD-Fraktion in den Landtag ein. Doch damit nicht genug: Mit ihren 70 Jahren ist sie das älteste Mitglied des Plenums – und als solches eröffnet sie am kommenden Dienstag die konstituierende Sitzung.

„Ich werde über das Demokratieverständnis sprechen“, verrät die gebürtige Hamburgerin, die seit rund zehn Jahren in Rostock lebt. Das große politische Weltgeschehen lasse sie außen vor. Als Neuling in der Landespolitik rede sie nur über Bereiche, die sie verstehe und die ihr am Herzen liegen, das „Soziale“ zum Beispiel.

Was Christel Weißig „am Herzen“ liegt konnte man in den vergangenen Monaten auf Facebook lesen.

Angela Merkel wolle sie das Handwerk legen, „die blonde Dame“ habe „Deutschland ruiniert“. Justizminister Heiko Maas (SPD) bezeichnet sie als „Brandstifter“, droht ihm mit einer Anzeige, weil er gegen die AfD „gehetzt“ habe. Sie fordert einen Dexit – und zwar „so schnell wie möglich“, behauptet CDU und SPD würden „das deutsche Volk abschaffen“, fragt ob Deutschland noch als Deutschland bezeichnet werden dürfe, fordert dazu auf, die Bundesrepublik „nicht kampflos“ zu übergeben: „Wann steht Deutschland auf und wehrt sich?“

Obwohl der Ablauf des ersten Zusammentreffens der Abgeordneten aller Fraktionen durch die Geschäftsordnung des Landtages genau geregelt wird, wurde auch deshalb kurzzeitig bei den anderen Fraktionen hinter den Kulissen diskutiert, ob anstelle des ältesten Parlamentariers besser der am längsten im Landtag vertretene Politiker die Eröffnungsrede halten sollte, Till Backhaus (SPD) oder Lorenz Caffier (CDU) zum Beispiel, die seit 1990 im Landtag sind.

„Dass man uns nicht ausgrenzt, zeigt, dass die Demokratie funktioniert. Es wird so gehandhabt wie es sein sollte. Es ist wichtig, sich an die Regeln zu halten“, sagt Weißig. Sie halte Demokratie für eine gute Sache. „Das Dumme daran ist nur, dass die Doofen mitmachen dürfen“, zitiert sie einen Kolumnisten. Den Wahlkampf habe sie trotz zahlreicher Anfeindungen gemeistert, nun würde sie auch das Rampenlicht im Landtag überstehen. Ihr Motto für Dienstag: „Augen zu und durch“.

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erstellt am 30.Sep.2016 | 20:55 Uhr

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