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Mecklenburg-Vorpommern

25. März 2017 | 06:48 Uhr

Ausblick : Das ändert sich 2017

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auf die Bundesbürger kommen einige Umstellungen zu: Hier ein Überblick über die wichtigsten Neuregelungen

Ab heute treten viele Neuerungen in Kraft, die sich auf den finanziellen, privaten, häuslichen und sozialen Bereich vieler Verbraucher auswirken können. Hier ein Überblick über die wichtigsten Neuregelungen:

Pflegeversicherung

Mit der zweiten Stufe des Pflegestärkungsgesetzes II wird das Leistungsangebot für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige ausgebaut. Eingeführt wird ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff, der sich nach dem Grad der Selbstständigkeit des Betroffenen richtet und nicht mehr vordergründig nach dem Zeitaufwand für die Hilfe. Demenzkranken wird Anspruch auf die gleichen Leistungen eingeräumt wie Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Zugleich werden die bisherigen drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade ausgeweitet. Kein schon länger Pflegebedürftiger soll dadurch schlechter gestellt werden. Menschen, die ein Familienmitglied pflegen, werden unter anderem bei Sozialbeiträgen bessergestellt.

SV-Beiträge

Der Beitragssatz zur Krankenversicherung bleibt für die meisten gesetzlich Versicherten unverändert bei durchschnittlich 15,7 Prozent. Denn auch der Zusatzbeitrag, den Arbeitnehmer allein zahlen, bleibt bei den meisten Kassen konstant bei durchschnittlich 1,1 Prozent. Er kommt zum Beitrag von 14,6 Prozent hinzu, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer je zur Hälfte tragen.

Der Beitragssatz zur Rentenversicherung bleibt bei 18,7 Prozent stabil, der zur Arbeitslosenversicherung unverändert bei 3,0 Prozent. In der Pflegeversicherung steigt er auf 2,55 Prozent beziehungsweise 2,8 Prozent bei Kinderlosen.

Bemessungsgrenzen

Die Beitragsbemessungsgrenze steigt in der Rentenversicherung im Osten auf 5700 Euro und im Westen auf 6350 Euro monatlich.

Die Bemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung gilt bundesweit und liegt nun bei 52 200 Euro. Versicherungspflicht in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung besteht jetzt bis zu einem Brutto-Jahresarbeitsentgelt von 57 600 Euro.

Krankenversicherung

Nur die wenigsten gesetzlich Krankenversicherten müssen in diesem Jahr mehr Beitrag bezahlen. Grund ist der fast überall gleichbleibende Zusatzbeitrag. Durchschnittlich werden 15,7 Prozent für den Krankenversicherungsschutz fällig.

Auch die Sätze der Rentenversicherung mit 18,7 Prozent und der Arbeitslosenversicherung mit drei Prozent ändern sich nicht. Nur in der Pflegeversicherung steigt der Satz auf 2,55 Prozent beziehungsweise 2,8 Prozent für Kinderlose.

Altersentlastung

2017 beträgt der Altersentlastungsbetrag 20,8 Prozent des Brut-tolohns – höchstens 988 Euro. Dieser Betrag soll ältere Steuerzahler bei der Einkommensteuer entlasten. Er greift ab dem Jahr, das der Vollendung des 64. Lebensjahres folgt.

Teilrente

Diejenigen, die mit 63 Jahren in Teilrente gehen, dürfen künftig deutlich mehr hinzuverdienen. Bislang drohten drastische Kürzungen von bis zu zwei Dritteln, wenn der Hinzuverdienst mehr als 450 Euro im Monat betrug. Ab Juli 2017 können Rentner jährlich 6300 Euro hinzuverdienen. Darüber liegende Verdienste werden zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet.

Flexirente

Arbeitnehmer können flexibler aus dem Berufsleben aussteigen. Dazu kann eine neu eingeführte Teilrente mit Teilzeitarbeit kombiniert werden. Das soll Anreize bieten, länger zu arbeiten.

Rentenplus

Rentner können 2017 mit einem Zuschlag von bis zu zwei Prozent rechnen. Die genaue Erhöhung steht erst im Frühjahr fest.

Rentenbesteuerung

2017 erhöht sich der steuerpflichtige Rentenanteil von 72 auf 74 Prozent. Es bleiben also nur noch 26 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei. Diese Werte gelten für alle, die 2017 erstmals eine Rente beziehen. Bei denjenigen, die bereits länger Rentner sind, bleibt der festgesetzte steuerfreie Rentenanteil bestehen.

Steuererklärung

Wird beim monatlichen Lohnsteuerabzug ein Freibetrag berücksichtigt, besteht grundsätzlich die Pflicht, eine Einkommensteuererklärung abzugeben – außer, wenn der Steuerzahler nur geringe Einkünfte hat. Beträgt der 2017 erzielte Arbeitslohn maximal 11 200 Euro, muss keine Steuererklärung abgegeben werden.

Einkommensteuer

Die Eckwerte des Einkommensteuertarifs werden ausgeweitet, so dass einige Steuersätze erst bei höheren Einkommen greifen. Damit wird der Effekt der „kalten Progression“ eingedämmt.

Der Steuersatz fängt mit 14 Prozent bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 8821 Euro (bei Ledigen) an und steigt mit dem Einkommen allmählich bis auf 42 Prozent ab 54 058 Euro.

Grundfreibetrag

Der Grundfreibetrag sorgt dafür, dass geringe Einkommen nicht zusätzlich von Steuern belastet werden. Im Jahr 2017 soll der Betrag um 168 Euro steigen. 2016 waren es 180 Euro. Alleinstehende müssen erst ab einem Einkommen von 8820 Euro im Jahr Steuern an den Staat abtreten. Bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnerschaften verdoppelt sich der Freibetrag auf 17 640 Euro.

Kinderfreibetrag

Der Kinderfreibetrag von 7248 Euro wird in einem ersten Schritt um 108 Euro erhöht. Für Eltern bleibt pro Kind und Jahr dieser Betrag ihres Einkommens steuerfrei.

Kindergeld

Das Kindergeld steigt um monatlich zwei Euro pro Kind. Für die ersten beiden Kinder beträgt es dann monatlich je 192 Euro, für das dritte Kind 198 Euro. Ab dem vierten und für alle folgenden Kinder gibt es jeweils 223 Euro.

Kinderzuschlag

Wer wenig verdient, bekommt einen Kinderzuschlag. Er wird Anfang 2017 um zehn Euro auf je 170 pro Monat erhöht.

Hartz-IV

Zum Jahresbeginn steigen die Leistungen für Hartz-IV-Bezieher. Der Regelsatz für Alleinstehende wird zum 1. Januar von 404 Euro auf 409 Euro pro Monat angehoben. Die Grundsicherung für Kinder zwischen sechs und 13 Jahren erhöht sich um 21 auf 291 Euro. Der Regelsatz für Kinder bis zu sechs Jahre beträgt 2017 weiterhin 237 Euro im Monat. Jugendliche bis 18 Jahren erhalten von Januar an 311 Euro im Monat.

Mindestlohn

Der gesetzlich geregelte Mindestlohn steigt 2017 von 8, 50 Euro auf 8,84 Euro.

Umzugspauschale

Die Umzugskosten für einen beruflich bedingten Umzug können als Werbungskosten angegeben werden – die steuerlich absetzbaren Pauschbeträge werden zum 1. Februar 2017 erhöht. Der Pauschbetrag für Umzüge, die bis Ende Januar 2017 abgeschlossen werden, beträgt nach Angaben des Steuerzahlerbundes für Ledige 746 und für Verheiratete 1493 Euro – für spätere Umzüge aber 764 und 1528 Euro. Für jede weitere im Haushalt lebende Person steigt die Pauschale zum Februar von 329 auf 337 Euro. Kommt ein Kind in der neuen Schule nicht mit und wird daher Nachhilfeunterricht erforderlich, können diese Kosten bislang bis maximal 1882 Euro abgesetzt werden, ab Februar dann bis 1926 Euro.

Altersvorsorge

Vorsorgeaufwendungen für das Alter können steuerlich besser abgesetzt werden. Dazu gehören etwa Beiträge zur gesetzlichen Rentenkasse oder zu Versorgungswerken.

Für die Berücksichtigung der Sonderausgaben gilt ein Höchstbetrag von 23 362 Euro. Maximal können 84 Prozent abgesetzt werden. Bei Arbeitnehmern, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, wird von den Vorsorgeaufwendungen allerdings der steuerfreie Arbeitgeberanteil abgezogen.

Betriebliche Altersvorsorge

Mit der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung erhöht sich auch jener Teil des Gehalts, der steuerfrei in Pensionskassen, Pensionsfonds oder Direktversicherungen investiert werden kann. Der geförderte Höchstbetrag klettert von 2976 auf 3048 Euro pro Jahr.

Lebensversicherungen

Für klassische Lebensversicherungen, die ab dem 1. Januar 2017 abgeschlossen werden, gilt ein niedrigerer Garantiezins von 0,9 statt derzeit 1,25 Prozent. Es ist der Zinssatz, den die Versicherer ihren Kunden maximal auf den Sparanteil zusagen dürfen. Für Kunden mit älteren Policen gelten die in ihrem Vertrag garantierten Leistungen.

Rürup-Rente

Inhaber einer Basis- oder Rürup-Rente können einen größeren Teil ihrer Beiträge steuerlich als Sonderausgaben geltend machen. Maximal sind 19 624 Euro abzugsfähig.

Unterhalt

Unterhaltskosten für einen Dritten können als außergewöhnliche Belastungen geltend gemacht werden. Für das Jahr 2017 sind maximal 8820 Euro abziehbar und damit 168 Euro mehr als für 2016.

Spendenbescheinigungen

Für Spenden, die ab 1. Januar 2017 gezahlt werden, braucht der Nachweis nicht mehr der Einkommensteuererklärung beigefügt werden. Die Bescheinigungen müssen dem Finanzamt nur noch auf Anforderung vorgelegt werden. Aus diesem Grund sollten Steuerzahler den Nachweis mindestens ein Jahr lang aufheben.

E-Autos

Kostenloses oder verbilligtes Aufladen von Elektrofahrzeugen auf dem Firmengelände des Arbeitgebers ist ab 2017 steuerfrei. Dies gilt auch für Hybridfahrzeuge und zugelassene Elektrofahr-räder. Sie ist bis Ende 2020 befristet.

Strompreise

Viele Verbraucher müssen zur Förderung von Strom aus Windkraft und Sonne erneut tiefer in die Tasche greifen. Die Ökostrom-Umlage wird von 6,35 auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde angehoben. Auch die Netzentgelte steigen. Ob Anbieter dies allerdings weitergeben und die Strompreise anheben, ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

Staubsauger

Ab September dürfen nur noch Staubsauger verkauft werden, die eine maximale Leistung unter 900 Watt haben – am EU-Label auch daran erkennbar, dass der Jahresstromverbrauch unter Standardbedingungen maximal bei 43 Kilowattstunden liegen darf.

Fotobücher

Für Fotobücher fällt ab 2017 ein Umsatzsteuersatz von 19 statt sieben Prozent an.

Feiertag

Einmalig ist der Reformationstag 2017 ein bundesweiter Feiertag. Hierzulande ist der 31. Oktober ohnehin schon arbeitsfrei.

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