zur Navigation springen

Mecklenburg-Vorpommern

24. August 2016 | 04:24 Uhr

Schwere Schäden durch Unwetter : Bützow ein einziges Trümmerfeld

vom

Tornado verwüstet die gesamte Innenstadt und zerstört zahlreiche Autos, Krankenhaus evakuiert

Das haben selbst ältere Bützower noch nicht erlebt: Ihre Stadt glich gestern Abend buchstäblich einem Trümmerfeld, nachdem offenbar ein Tornado über sie hinweggezogen war. Das Kirchendach wurde abgedeckt, das Rathaus demoliert, überall in den Straßen standen zerstörte Autos, abgeknickte Verkehrsschilder, ausgerissene Bänke. Und es gab auch Verletzte.  Am Abend mussten Teile des beschädigten Krankenhauses evakuiert werden.  Die Patienten wurden  umgebettet  in ein Notquartier in der Sporthalle am Rühner Landweg. Am späten Abend wurde sogar Katastrophenalarm ausgelöst.

Mehr als 150 Einsatzkräfte waren bis tief in die Nacht damit beschäftigt, Trümmerteile von den Straßen zu entfernen. Die Innenstadt von Bützow soll bis mindestens 6.00 Uhr am Mittwoch gesperrt bleiben. Der Unterricht in zwei Schulen fällt aus.

Bei den Unwettern waren nach Angaben von Landrat Sebastian Constien etwa 30 Menschen durch umherfliegende Trümmerteile leicht verletzt worden. Bürgermeister Christian Grüschow sprach von „massiven Schäden“.

Für Betroffene waren zwei Sporthallen zu Notunterkünften umfunktioniert worden. Wegen der zum Teil stark beschädigten Gebäude können zahlreiche Bewohner wahrscheinlich erst am Wochenende in ihre Häuser zurückkehren. „Davon ist in den meisten Fällen auszugehen.

Zunächst werden bei Tageslicht alle Schäden gesichtet“, sagte ein Sprecher der Rettungsleitstelle Bad Doberan am frühen Mittwochmorgen.

 

Windhose sorgt für Stromausfall

In Parchim und Spornitz traf eine Windhose eine KV-Leitung – der Strom in der Region bis Dütschow fiel für längere Zeit aus.

 

 

Schäden im Nordwesten

In Hamburg hatten Sturmböen mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Stundenkilometern und Starkregen Bäume und Äste auf Straßen und Autos stürzen lassen. Ein 26-Jähriger war am Hamburger Fischmarkt durch ein einstürzendes Vordach getötet worden. Die schwangere Lebensgefährtin des Opfers, die ebenfalls im Wagen saß, kam verletzt in ein Krankenhaus. Drei weitere Menschen seien in ihren Wagen eingeklemmt worden, sagte ein Feuerwehrsprecher. Wohnhäuser mussten nicht evakuiert werden.

Am Burchardkai im Containerhafen in Hamburg-Waltershof rissen sich durch den heftigen Sturm fünf Containerschiffe los. Sie trieben aufeinander zu und berührten sich, sagte der Polizeisprecher. Dabei sei Schaden in unbekannter Höhe entstanden. Schlepper mussten die Schiffe zurück an die Kaianlagen bugsieren.

Rund 300 Fahrgäste eines Metronom-Zuges mussten in Bremen einen ungeplanten Stopp einlegen, weil ein Baum auf eine Oberleitung gefallen war. Bis zum späten Abend hatte die Feuerwehr in der Innenstadt den Notstand ausgerufen. Verletzt wurde niemand.

Auch in Schleswig-Holstein war die Feuerwehr wegen überfluteter Keller und umgestürzter Bäume verstärkt im Einsatz. „Lübeck hat davon am meisten abbekommen“, sagte ein Feuerwehrmann am frühen Mittwochmorgen. Starkregen drang auch in das Holstentor ein und überflutete Teile des Museums. Die Einsatzkräfte pumpten das Wasser aus den Gebäuden. Am Nordlandkai stürzte ein Hafenkran auf ein Containerschiff. Menschen wurden nicht verletzt, hieß es.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen