zur Navigation springen

Mecklenburg-Vorpommern

01. Oktober 2016 | 14:05 Uhr

Die Linke : Bockhahn fordert nach Wahlschlappe Neubeginn

vom
Aus der Onlineredaktion

Früherer Parteichef fragt: Ist ein Neuanfang mit altem Personal glaubhaft möglich?

Mit einem eindringlichen Appell hat der frühere Linken-Landeschef Steffen Bockhahn seine Partei zu einem konsequenten Neubeginn aufgefordert. „Der Absturz der Linken in Mecklenburg-Vorpommern ist existenzbedrohend“, schreibt der Rostocker Sozialsenator auf seiner Facebookseite. Er reagierte damit auf das historische Tief von 13,2 Prozent bei der Landtagswahl Anfang September.

Um nicht in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden und den eigenen Ansprüchen wieder gerecht werden zu können, müsse die Partei vieles verändern. Dabei gelte es nicht, Schuldige zu finden, sondern aus Fehleinschätzungen und Fehlern zu lernen, mahnt der 37-Jährige unmittelbar vor dem Landesparteitag morgen in Güstrow.

Im Internet erhält Bockhahn vorwiegend Zustimmung, so von der Rostocker Landtagsabgeordneten Eva-Maria Kröger, die auf eine Wahlanalyse in der Fraktion verweist und weiter schreibt: „Jetzt muss alles zusammengeführt, sortiert und Schlussfolgerungen gezogen werden. Inhalte, Sprache, Methoden, Strukturen, Organisation und auch Personal – neue Wege sind gefragt.“

Landesparteichefin Heidrun Bluhm, die Bockhahn im November 2012 nach dessen überraschendem Rücktritt an der Parteispitze nachfolgte, hatte als Konsequenz aus den jüngsten Schlappen bereits einen umfassenden Generationswechsel angekündigt, den Zeitpunkt aber offen gelassen.

Vor allem am Spitzenkandidaten und Landtagsfraktionschef Helmut Holter hatte sich die Kritik nach der Wahl entzündet. Der 63-Jährige will aber auch weiterhin im Amt bleiben.

Laut Bockhahn müssen sich Landesverband und Fraktion aber fragen, ob ein Neuanfang mit altem Personal glaubhaft möglich ist. „Diese Entscheidungen müssen zügig getroffen werden. Auch, um den Eindruck eines ,weiter so‘ zu vermeiden“.

Zudem seien strukturelle Änderungen und eine modernere Kommunikation erforderlich, um Wähler und neue Mitglieder zu gewinnen. „Die offenkundige Schwäche wird sich nicht in ein paar Monaten überwinden lassen. Es wird Zeit brauchen und kontinuierliche Arbeit an einem strukturellen Neuaufbau“, fordert Bockhahn einen langen Atem. Die Linke sehe sich nach der Wahl im Landtag in einer neuen Rolle.

Vom Oppositionsführer schrumpfte sie zur kleinsten Kraft im Parlament. Die Linksfraktion müsse somit nicht nur Alternativen zur Politik der künftigen SPD/CDU-Regierung aufzeigen, sondern stehe auch in Konkurrenz zur AfD, die 20,8 Prozent erreichte und mit 18 Abgeordneten die zweitstärkste Fraktion im Landtag stellt. „Diese Rolle der doppelten konstruktiven Opposition muss angenommen und mit Leben erfüllt werden“, fordert Bockhahn. Die Linke müsse sich wieder ein wahrnehmbares Profil geben. 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen