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Mecklenburg-Vorpommern

01. Oktober 2016 | 15:48 Uhr

Sternberg : Blitzer an falscher Stelle aufgebaut

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Polizei räumt ein Missverständnis ein: Die Messung am Ende der 70er-Begrenzung ausgangs Sternberg bleibt für Autofahrer ohne Folgen.

Auf der B 104 schon außerhalb von Sternberg in Richtung Brüel, etwa 50 Meter hinter der Tankstelle, wurde am Freitag vom Morgen an bis in den Vormittag geblitzt. Äußerst pikant dabei: Fast auf gleicher Höhe steht ein Schild, das dort die 70-kmh-Begrenzung aufhebt. Der Transporter zur Überwachung der Messstelle war gegenüber in einer kleinen Waldlichtung versteckt, davor die ganze Armada der Messtechnik, angesichts der herbstlichen Färbung der Bäume auch kaum auszumachen.

Autofahrer reagierten mit Unverständnis über diesen Standort. Da könnten Innenminister oder Polizeiführung noch so oft beteuern, dass
Geschwindigkeitskontrollen allein dazu dienten, Autofahrer erziehen zu wollen, damit der Straßenverkehr sicherer wird und Unfallschwerpunkte entschärft werden. Das Blitzen an so einer Stelle deute eher auf Abzocke und untergrabe die Akzeptanz der Kontrollen vollends. Ein vor Ort von SVZ angesprochener Beamter hob nur bedeutungslos die Schultern. Eine Anfrage in der Polizeiinspektion (PI) Ludwigslust brachte dann ein völlig überraschendes Ergebnis: Diese Messstelle war ein Missverständnis und nicht gerechtfertigt, habe eine Überprüfung ergeben, so Sprecher Klaus Wiechmann.

Der Leiter der Polizeiinspektion Hans-Peter Günzel bedauere das und entschuldige sich. Fotos, die bei der Messung entstanden seien, würden nicht verwertet. Klartext: Es werden keine Verwarn- oder Bußgeldbescheide verschickt, betont Wiechmann. „Es ist ein Fehler gemacht worden, und dazu bekennen wir uns“, so der Polizeisprecher. „Vor dem Ende von Geschwindigkeitsbegrenzungen räumen wir uns selbst Toleranzen ein. Die sind so ausgelegt, dass nicht der Eindruck von Abzocke aufkommen kann. Dennoch möchte ich den Hinweis geben, dass erst ab Aufhebung eines Tempolimits die Geschwindigkeit erhöht werden darf.“

Federführend für die gestrigen Geschwindigkeitskontrollen im Landkreis Ludwigslust-Parchim sei die Autobahnpolizei Stolpe gewesen. Den Blitzer am Stadtrand von Sternberg hätten ortsunkundige Beamte aufgebaut und in der Dunkelheit das Schild, das die 70-kmh-Begrenzung aufhebt, übersehen, so Wiechmann. Wie es scheint, sind sie allerdings erst am Vormittag durch die Nachfrage von SVZ, warum an dieser Stelle geblitzt wird, darauf aufmerksam geworden. Die Messstelle hätte eindeutig ein ganzes Stück stadteinwärts hingehört, bekräftige Wiechmann. Denn dort würden Fahrzeuge von der Tankstelle kommen oder dorthin abbiegen, so dass die Überschreitung des Tempolimits zur gefährlichen Situationen führen könne.


Am Ortseingang Warins Kontrollen gefordert


Ebenfalls gestern früh kontrollierten Beamte des Polizeihauptreviers Wismar mit einem LaserPatrol die Geschwindigkeit am Ortseingang von Warin. Doch hier sind die Vorzeichen völlig anders: Anwohner hatten sich massiv beklagt, dass auf der abschüssigen Bundesstraße aus Richtung Blankenberg zu schnell gefahren, aber so gut wie nie kontrolliert werde (SVZ berichtete). Die von der Stadt veranlasste Geschwindigkeitstafel zeige kaum Wirkung.

Gestern wurden zwischen 5.45 und 7.15 Uhr 83 Fahrzeuge gemessen. Das Ergebnis fiel „moderat“ aus, wie Polizeiobermeister Torsten Kirchhoff bilanzierte. Ein Verwarngeld für 64 km/h bei erlaubtem Tempo 50, aber auch ein Bußgeld für satte 78 km/h wurden ausgesprochen. Dass sich das Kontrollergebnis nicht so richtig mit dem Empfinden der Einwohner deckt, dürfte mehrere Gründe haben. Vornan steht sicher die Meldung im Radio, doch aufmerksame Fahrer können die Beamten oft noch rechtzeitig entdecken. „Wir wollen uns nicht verstecken, sondern gesehen werden“, brachte es Polizeiobermeister Torsten Kirchhoff auf den Punkt. Messungen mit dem Laser hätten auch den Vorteil, „dass wir uns mit den Fahrern gleich über ihr Vergehen unterhalten“. Dadurch sei der erzieherische Effekt weit größer, als wenn nach Wochen ein Bescheid ins Haus flattere. Im Anschluss wurden vorwiegend Lkw und Transporter auf Ladungssicherung sowie Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten kontrolliert.

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erstellt am 07.Nov.2014 | 16:30 Uhr

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