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Mecklenburg-Vorpommern

03. Dezember 2016 | 12:33 Uhr

Touristiker : „Blaues Band“ in Gefahr

vom
Aus der Onlineredaktion

Bund könnte Branche durch Wasserstraßen-Entwidmung schädigen

In Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sind durch die geplante Entwidmung von Wasserstraßen über das Bundesprogramm „Blaues Band“ Hunderte Arbeitsplätze gefährdet. Das haben Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), Tourismusverbände und Unternehmer beider Länder gestern auf einer Tagung in Waren an der Müritz betont. „Wenn das so umgesetzt wird, können traditionelle Wasserreviere bald nicht mehr genutzt werden“, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Tourismusverbandes, Dirk Dunkelberg.

Das Konzept von Bundesverkehrs- und -umweltministerium sieht vor, dass sich der Bund nur noch auf für Güterverkehr wichtige Wasserwege konzentriert und vorwiegend touristisch wichtige Wasserwege der Renaturierung überlässt.

Es geht vor allem um das bundesweit einmalige Netz von Flüssen und Seen zwischen Berlin, der Müritz, der Peene, Schwerin und Hamburg sowie um touristische Wasserstraßen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Allein in Mecklenburg-Vorpommern sind 130 000 Menschen im Tourismus tätig. Dem wichtigen Wassertourismus werden allein zwischen Elbe und Oder 1400 Firmen mit mehr als 7000 Beschäftigten zugerechnet. „Wir müssen deutlich machen, dass die Seen und Wasserstraßen von zentraler Bedeutung für den ganzen Tourismus und andere Branchen sind“, sagte Jürgen Seidel als Präsident des Landestourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern.

So hätten viele Kommunen und Unternehmer im Vertrauen auf intakte Wasserwege bereits Millionensummen in Hotels, Gaststätten, Häfen und Bootstechnik investiert und weitere Pläne in der Schublade. Im brandenburgischen Zechliner Hütte entstehe gerade ein neues Feriendorf mit Hafen, sagte Dieter Hütte vom Landes-Marketing Brandenburg. Einige Charter-Unternehmer beklagten auf der Tagung schon Ausfälle, weil die Wasserstraßen immer weniger intakt seien.  

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