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Mecklenburg-Vorpommern

31. Mai 2016 | 18:03 Uhr

Tourismus in MV : Begegnungen auf Usedom

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Insel mit einer Million Gästen im letzten Jahr beliebtes Touristenziel in MV. Einheimische bieten viele Erlebnisse und sind meist selbst Attraktion

Über 2000 Sonnenstunden pro Jahr, 42 Kilometer feiner weißer Sandstrand und 180 Kilometer Radwege machen Usedom zu einem Sommerferienziel par excellence. Dahinter stecken Menschen, die sich mit eigenen Ideen für einen abwechslungsreichen Tourismus engagieren.

 

Der Fischer


Für Uwe Krüger ist die Nacht um 2.00 Uhr zu Ende. Dann wird die Gummihose übergestreift, der Motor angelassen, und es geht hinaus auf die See. Bereits in der sechsten Generation ist der Usedomer Fischer unterwegs. „Auf dem Wasser fühle ich mich am wohlsten“, sagt der 55-Jährige. Er ist neben zwei weiteren Kollegen einer der letzten traditionellen Strandfischer im Ort. Seine Familie betreibt das kleine Restaurant „Uwe's Fischerhütte“.

 

Die Hoteldirektorin


Ein reiches Fischangebot gehört auch für Petra Bensemann im Hotel „Das Ahlbeck“ auf die tägliche Speisekarte. In ihrem Hotel kreieren zwei Bäcker Brot- und Brötchenspezialitäten, Kuchen und Torten in traditioneller Handwerksarbeit ohne Konservierungsstoffe. Als erstes Hotel auf Usedom können ihre Gäste zudem mit dem Zimmerausweis kostenfrei die Usedomer Bäderbahn nutzen.

 

Der Strandkorbmacher


Strandkörbe sind von Usedom nicht wegzudenken. Seit 1933 wurden mehr als eine Viertel Million dieser Sitz- und Liegekörbe in Heringsdorf hergestellt. Eine Tradition, der sich auch Dirk Mund als Direktor des Korbwerks Heringsdorf verpflichtet fühlt. Heute erfüllt das Traditionsunternehmen mit 25 Mitarbeitern individuelle Wünsche: „Wir können unseren Kunden bis zu einer Million Konfigurationen anbieten“, sagt er.

Nachdem das Korbwerk bereits 2008 auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm Furore machte, steht nun der weltweit größte Strandkorb an der Heringsdorfer Seebrücke.


Die Kapitänin


400 Quadratmeter Segelfläche, 45 Meter Länge – stolz liegt die „Weiße Düne“ im Hafen von Wolgast. Ihre Besitzerin, Jane Bothe, ist eine der wenigen weiblichen Kapitäne in Deutschland. Schon mit 13 Jahren schipperte sie über den Wannsee in Berlin, zog dann in die Niederlande, wo sie sich für Plattbodenschiffe begeisterte. Als im Jahr 2000 die „Weiße Düne“ zum Segelschoner und Hotelschiff umgebaut wurde, heuerte sie an und ist nun seit mehr als zehn Jahren mit Gästen unterwegs. „Es gibt nichts Schöneres, als jeden Tag etwas Neues zu sehen, den frischen Wind zu spüren und Menschen Freude und Begeisterung zu entlocken“, sagt die junge Frau beim Ablegen vom Kai.

 

Die Zeesenbootführerin


Auch Rika Harder, die einen fast 100-jährigen Zweimaster restaurierte und heute vom Hafen der Stadt Usedom aus mit Gästen über den Usedomer See segelt, muss sich täglich neuen Herausforderungen stellen. Wo sich einst hunderte der traditionellen Zeesenboote auf den Gewässern tummelten, möchte sie die alte Tradition bewahren.

 

Der Safari-Guide


„Usedom ist nicht nur Strand und Wasser“, lautet die Devise von Gunnar Fiedler, der Gästen das Hinterland der Insel zeigt. Sein Vater hatte die Idee, Jeepsafaris durch Heide, Wiesen, Felder und Wälder Usedoms zu arrangieren. Steht man mit Fiedler auf dem 7-Seen-Aussichtsturm, kann man sich am satten Grün kaum sattsehen: Erlenbruchwälder, Dämme, alte Windmühlen, vorbei an Wasserbüffeln und bunten Kornfeldern. Und die Geschichten, die der 38-Jährige zu erzählen weiß, sind nicht minder interessant.

 

Die Überflieger


Jetzt fehlt eigentlich nur noch der Blick auf die Insel von oben. Und den bieten die Piloten Rolf Landau und Jörg Wanke. Beide haben vor 13 Jahren ihre Leidenschaft für die Fliegerei entdeckt und sind von der Vogelperspektive auf ihre Insel noch immer so begeistert, dass sie diese auch mit Besuchern der Insel teilen. „In den vergangenen fünf Jahren sind wir mit etwa 2500 Gästen unterwegs gewesen und es gab bisher keinen Einzigen, der nicht anschließend von der Sicht schwärmte“, erzählt Landau. Vom Heringsdorfer Flughafen geht es über Seen, Wiesen und Wälder bis nach Peenemünde, dem einstigen Testgelände für Hitlers „Wunderwaffe“, das heute ein Museum und ein U-Boot beherbergt.

Auf dem Rückflug führt die Route über die Seebrücken von Zinnowitz, Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck bis nach Swinoujscie.

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