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Mecklenburg-Vorpommern

29. September 2016 | 03:37 Uhr

OB-Wahl Schwerin : Badenschier siegt - Schweriner wählen Gramkow ab

vom

Rico Badenschier gewinnt Oberbürgermeister-Wahl: Alle Ergebnisse aus den 60 Wahllokalen der Landeshauptstadt auf einen Blick

Am Montag wird Dr. Rico Badenschier nicht um 7.30 Uhr in der Radiologie der Helios-Kliniken zum Dienst antreten. Der Sonntag mit deutlicher Mehrheit gewählte neue Oberbürgermeister der Landeshauptstadt wird in Absprache mit seinem Chef „etwas später“ zur Arbeit kommen – auch im Interesse der Patienten, wie er lachend sagte. Denn er musste bis tief in die Nacht zahlreiche Hände schütteln und Umarmungen hinnehmen. In sechs Wochen wird Badenschier  den Arztkittel für die nächsten sieben Jahre an den Nagel hängen. Am 1. November beginnt seine Amtszeit als Oberbürgermeister.

Dass er als Radiologe bei Helios auch Verwaltungsabläufe im Stadthaus meistern könnte, daran hat Badenschier keinen Zweifel. „Es macht mir Spaß, mich in Neues einzuarbeiten. Außerdem habe ich eine starke Partei im Rücken“, sagt Badenschier.

Rico Badenschier hat damit eine nahezu beispiellose Bilderbuchkarriere hingelegt. „Politik ist mein Hobby“, sagt der Vater von drei Kindern.   Zur Sozialdemokratie kam er allerdings erst 2009. In Schwerin trat er in die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer  Gesundheitspolitiker ein und wurde im SPD-Ortsverein Paulsstadt aktiv. 2014 kandidierte er erstmals für die Stadtvertretung – und wurde prompt gewählt. Er arbeitet seitdem ehrenamtlich im Bauausschuss und im Umweltausschuss. Für beides wird die SPD-Fraktion nun neue Politiker bestimmen müssen. Sein Nachfolger als Stadtvertreter steht indes schon fest: Sebastian Heine wird für den neuen Oberbürgermeister als SPD-Stadtvertreter nachrücken.

Als die wichtigsten Aufgaben als Oberbürgermeister nennt Rico Badenschier Ausbau und Modernisierung der Schulen, kooperativere Beziehungen zu den Umlandgemeinden, ein besseres Verkehrssystem, die schnelle Instandsetzung von Gehwegen und auch die restlose Aufarbeitung aller Vorgänge rund um das Jugendamt und Power for Kids. „Besonnen und gerecht“ wolle er sein Amt wahrnehmen, versprach Badenschier.

„Ich gratuliere meinem Nachfolger und wünsche ihm  eine glückliche Hand für sein Amt“, sagte die sichtlich enttäuschte Verliererin Angelika Gramkow. „Ich muss das Ergebnis akzeptieren.“

Schlussendlich könnte die Bilanz des OB-Wahlkampfes drei Punkte herauskehren. Erstens: Viele Schweriner wollen eine Veränderung. Zweitens: Die Politikverdrossenheit ist auch in der Landeshauptstadt groß. Mehr als jedem zweiten Schweriner scheint es völlig einerlei zu sein, wer an der Spitze seiner Heimatstadt steht und diese nach außen hin repräsentiert. Fast 45 000 Wahlberechtigte blieben gestern zu Hause. Und drittens: Angelika Gramkow konnte gestern noch nicht einmal so viele Wähler für sich mobilisieren wie noch vor zwei Wochen. Es ist ein bisschen so, als wäre Gramkow abgewählt worden und Badenschier sind  auf diesem Wege etliche Stimmen einfach irgendwie zugefallen. Timo Weber

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erstellt am 18.Sep.2016 | 15:43 Uhr

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