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Mecklenburg-Vorpommern

08. Dezember 2016 | 10:57 Uhr

Grundwasserschutz: EU verklagt Deutschland : Backhaus: Deutschland muss handeln

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Minister fordert wirksame Regelungen für den Grundwasserschutz

Die Klage der EU-Kommission gegen Deutschland wegen mutmaßlicher Versäumnisse beim Grundwasserschutz macht nach Ansicht von Landes-Agrarminister Till Backhaus (SPD) den Druck auf die Bundesregierung deutlich. Die Klage sollte auch dem letzten Zweifler die Augen öffnen: „Wir haben ein ernsthaftes Problem mit dem Zustand unserer Gewässer und das deutschlandweit“, sagte Backhaus gestern beim 21. Gewässersymposium in Rostock.

Die seit 2013 mehrfach angekündigte Novelle der Düngeverordnung sei noch immer nicht vorgelegt worden. „Der Bund muss nun endlich die Beine in die Hand nehmen und wirksame Maßnahmen und Regelungen umsetzen, die EU-konform und bundesweit verbindlich sind.“ Es dürfe nicht dazu kommen, dass EU-Gerichte vorgeben, wie Landwirtschaft in Deutschland zu funktionieren hat.

Wie Backhaus sagte, sind in Mecklenburg-Vorpommern von 53 sogenannten Grundwasserkörpern elf wegen erhöhter Nitratwerte in einem chemisch schlechten Zustand. Dies entspreche 18 Prozent der Landesfläche, in anderen Regionen Deutschlands seien es bis zu 60 Prozent. Täglich stünden landesweit 7,7 Millionen Kubikmeter Grundwasser zur Verfügung. An 292 Messstellen werde aktuell die Güte des Grundwassers überprüft. Ziel sei es, das Messstellennetz engmaschiger zu gestalten, um eine präzisere Ursachenanalyse bei Grundwasserbelastungen zu gewährleisten, sagte Backhaus.

Hauptproblem seien die Stickstoff- und Phosphoreinträge aus der Landwirtschaft. Trotzdem verfüge das für die öffentliche Trinkwasserversorgung genutzte Grundwasser über eine sehr gute Qualität, da es in tieferen Erdschichten gewonnen wird. Es bestehe keine Gefahr für die menschliche Gesundheit, betonte er.

„Mit neuen Messstellen, Folgenbehebung statt Ursachenbekämpfung und Geldern für Ursachenermittlung bei bekannter Herkunft der Schadstoffe kann keine Verbesserung des Grundwassers erreicht werden“, kritisierte die grüne Agrarexpertin Ursula Karlowski.

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