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Mecklenburg-Vorpommern

11. Dezember 2016 | 12:55 Uhr

Vogelgrippe : Aufschub für Stallpflicht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verdacht auf Geflügelpest in privater Tierhaltung bei Barth

Trotz neuer Vogelgrippe-Verdachtsfälle haben säumige Geflügelhalter von Agrarminister Till Backhaus (SPD) einen Aufschub für die Stallpflicht bis Donnerstag erhalten. Bis dahin würden die Behörden von Strafen absehen, sagte er gestern in Schwerin.

Mitarbeiter des Veterinäramtes des Kreises Vorpommern-Rügen haben gestern in einer kleinen Tierhaltung bei Barth einen Verdacht auf Geflügelpest festgestellt, wie Kreissprecher Olaf Manzke sagte. Dort waren mehrere tote Tiere gefunden worden. Angaben zur Größe der Tierhaltung, zur Tierart und dem genauen Ort machte der Kreis nicht.

Die Tiere gingen zunächst zur weiteren Untersuchung an das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) nach Rostock. Sollte sich dort der Verdacht bestätigen, erfolgen weitere Untersuchungen am Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems.

Aufschub gab der Minister auch für die Meldepflicht für Hausgeflügel. Wer Geflügel halte, ob privat oder gewerblich, müsse dies bei der Tierseuchenkasse und dem zuständigen Landkreis anzeigen. „Wer sich nicht an die Regeln hält, begeht nicht nur eine Ordnungswidrigkeit, sondern gefährdet unterm Strich seinen eigenen Bestand“, sagte Backhaus.

Bei weiteren Wildvögeln in Nordwestmecklenburg und auf Rügen hat sich der Verdacht auf die hochansteckende Vogelgrippe bestätigt. Nach Ministeriumsangaben wurde am Friedrich-Loeffler-Institut der Virus H5N8 unter anderem bei zwei Mantelmöwen und einer Silbermöwe in Nordwestmecklenburg und einem Mäusebussard auf Rügen nachgewiesen.

Bei einer Reiherente und einer Tafelente vom Plauer See war die gefährliche Form der Vogelgrippe bereits am Montag bestätigt worden.

Extra
Weihnachtsgans der Kanzlerin im Stall
Keine Ausnahme für Angela Merkels Weihnachtsgans: Die Pommerngans muss wegen der Vogelgrippe ihre letzten Wochen im Stall verbringen. Zusammen mit etwa 20 weiteren Tieren hat der vorpommersche Hobbygeflügelhalter und frühere Landrat von Nordvorpommern, Wolfhard Molkentin, die Gans wegen der Vogelgrippe nun von der Wiese geholt.„Natürlich habe ich wie andere Tierhalter die Weisung des Ministers umgesetzt“, sagte der 75-Jährige gestern. Kanzlerin Merkel bezieht seit Jahren zu Weihnachten eine Pommerngans vom Pensionär Molkentin, der sie normalerweise bis zur Schlachtung in Freilandhaltung großzieht. Schon 2014 gab es für Merkels Weihnachtsgans keinen Promibonus, als das Federvieh in Vorpommern wegen der Vogelgrippe in den Stall musste.
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