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Mecklenburg-Vorpommern

30. September 2016 | 08:39 Uhr

US-Sports-Day in Rostock : Auf einen Schlag in Amerika

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Football, Baseball, Eishockey, Basketball: US-Sport gibt es auch in MV – morgen treffen sich die großen Vier in Rostock

Hochkonzentriert fokussiert Flo den Baseball. Der nächste Schlag muss sitzen. Kraft und koordinatives Geschick sind die beiden Säulen, die die lederne Kugel weit über den Platz katapultieren können. Er holt aus, trifft. „Und jetzt lauf“, ruft sein Trainer Malte Keuneke. Der Spieler der Bucaneros-Nachwuchs-Academy rennt, so schnell er kann. Sein Ziel: die erste Base. Seit 2009 wird in Mecklenburg-Vorpommern Baseball gespielt. Der erste Verein gründete sich in Rostock, wurde am 27. Juni ins Register aufgenommen. Weil einer der Gründungsväter dem Sport bei einem Urlaub auf Kuba verfallen war, bekam die Truppe einen spanischen Namen. Übersetzt heißt Bucaneros Piraten.

Baseball gehört neben Football, Basketball und Eishockey zu den vier großen amerikanischen Sportarten. Um ihren Bekanntheitsgrad zu steigern, haben vier Rostocker Vereine den US Sports Day ins Leben gerufen: Am Sonntag laden die Griffins, die Bucaneros, die Seawolves und die Piranhas ab 15 Uhr ins Rostocker Leichtathletik-Stadion ein.

Derzeit zählen zu den Bucaneros rund 90 Mitglieder. Den gewünschten Anklang findet der Sport bisher nicht. „Baseball ist in MV schwer zu etablieren. Aber American Football hat auch lange gebraucht, bis es sich einen Namen gemacht hat“, meint Vereinsvorsitzender Jörg Töpfer. Einen Monat nachdem sich die Bucaneros gegründet hatten, formierte sich in Rostock eine zweite Baseball-Gruppe, die Grizzlys. „Wir fuhren durchs Land, hielten Infoveranstaltungen ab, um noch mehr Leute für Baseball zu begeistern.“ Fälschlicherweise würde der Sport oft als Training für alte Herren bezeichnet. „Man muss schnell schlagen und schnell laufen können“, sagt Töpfer. „Es gibt auch kein Unentschieden. Es wird so lange gespielt bis ein Gewinner ermittelt werden kann.“ Mittlerweile gibt es in MV eine Baseball-Liga, bestehend aus sechs Teams. Viermal in Folge wurde die Mannschaft aus Greifswald Meister, doch die Bucaneros peilen den Titel an.

Ein Ziel, das die Griffins in diesem Jahr bereits erreicht haben. Die Mannschaft, die sich 1997 unter dem Namen Baltic Blue Stars gründete, ist aufgestiegen und wird in der nächsten Saison in der 2. Bundesliga spielen – vorbehaltlich, dass der Verein die Lizenzen erfüllt. „Da geht es hauptsächlich um Geld“, erklärt Trainer Ronny Schmidt. Rostock sei die Hochburg des American Football in MV, sagt er. Die Griffins verstehen sich als Aushängeschild der Stadt. Der Mannschaftsname sei eigens so gewählt worden. „Immerhin trägt Rostock auch den Greif im Wappen.“ Nachwuchsprobleme habe die Truppe, die zum SV Warnemünde gehört, keine. 150 Mitglieder engagieren sich mittlerweile im Verein, Tendenz steigend. American Football sei ein Sport für jeden – egal, ob groß, klein, kräftig oder dünn. „Wir lehnen niemanden ab. Wichtig ist, dass man mit dem Herzen dabei ist und den nötigen Willen hat, sich beim Gegner durchzusetzen. Football ist eine Lebenseinstellung.“ Weil Zug um Zug gespielt wird, wird der Sport auch als Rasenschach bezeichnet. „Ich kann die Spieler beliebig oft austauschen. Das ist hoch strategisch.“ Zum Team der Griffins gehören auch drei Importe aus den USA. In Deutschland dürfen zwei Amerikaner zeitgleich auf dem Feld stehen. „Die Jungs sind die einzigen, die Geld bekommen. Sie sind mit American Football groß geworden. Sie sind Teamzieher, Leistungsträger und Vorbilder. Wir haben allen Dreien Verträge für die nächste Saison angeboten“, sagt Schmidt. Doch bevor es Anfang November weitergeht, haben die Jungs ab Ende September erst einmal Ferien.

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erstellt am 17.Sep.2016 | 16:00 Uhr

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