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Mecklenburg-Vorpommern

25. Juli 2016 | 02:19 Uhr

Ausbeutung von Erntehelfern : Anzeige bleibt ohne Folgen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ausbeutung von Erntehelfern: Eine Anzeige gegen einen Agrarhof nahe Güstrow bleibt vorerst ohne Folgen. Die Ermittlungen seien eingestellt worden, teilte das Polizeipräsidium Rostock gestern gegenüber unserer Redaktion mit. Gegen den Hof (Name der Redaktion bekannt) war Anfang Juli Anzeige wegen Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft und Wucher gestellt worden. Die Hofchefin soll zudem rumänischen Saisonarbeitern die Pässe abgenommen haben. Der Vorwurf des Menschenhandels habe sich nicht bestätigt, so die Polizei gestern.

Die Chefin des Hofes hatte die Vorwürfe bestritten, aber eingeräumt, die Pässe der Saisonarbeiter einbehalten zu haben – für die Anmeldung bei der Krankenkasse, wie sie unserer Zeitung erklärte.

Der Fall hatte bei der IG Bau für Empörung gesorgt: Schlechte Arbeitsverhältnisse für Saisonarbeiter seien keine Einzelfälle – nur die Spitze des Eisberges, hieß es bei IG Bau. Es herrschten teilweise „katastrophale Bedingungen“. Schätzungen zufolge arbeiten pro Saison etwa 4000 Erntehelfer vornehmlich aus Polen, Rumänien und der Ukraine in MV – auf Spargel- und Erdbeerfeldern, bei der Salat- und Obsternte. Vor zwei Wochen war ein Fall aus Niedersachsen bekannt geworden. Dort hatte ein Heidelbeerbauer ukrainische Studenten unter unzumutbaren Bedingungen in einer verdreckten Dorfgaststätte untergebracht – ohne Licht auf dem Klo, ohne verschließbare Türen in der Dusche.

 

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erstellt am 06.Aug.2014 | 07:52 Uhr

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